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Dienstag, 9. Oktober 2018

Das ist der Spätsommer-Makroblues...

...so wie er einen jedes Jahr aufs neue befällt. Im August oder spätestens im September merkt man in der Insektenwelt einen starken Einschnitt, viele Arten sind dann nicht mehr zu anzutreffen. Viele Heuschrecken, wenige Falterarten und einige Libellen sind dann aber doch noch da und man weiß spätestens im Oktober brechen die meisten Insektenmotive weg. In der Hoffnung, dass es im kommenden Jahr wieder weitergeht...

Schlafgemeinschaft von Bläulingen, im Vordergrund ein Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)
150mm | f/3.5 | 1/2500s | ISO800

Das extrem zeitig warme Frühjahr ohne Spätfrost oder lang anhaltenden Regenphasen hatte der Insektenwelt in diesem Jahr sehr gut getan. Trotz anhaltender Gefährdungsproblematiken in unserer Kulturlandschaft, die ja in den letzten Monaten aufgrund der Presse auch in der Bevölkerung angekommen ist, kann man bei vielen Arten von einem guten Jahr sprechen. Einige Arten konnten eine zusätzliche Generation durchbringen und waren daher auch länger auf den Flächen zu finden als üblich. So fanden wir u.a. Ende August frisch geschlüpfte Magerrasen-Perlmutterfalter (leider entstanden keine keine vorzeigbaren Bilder von den Tieren). 

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)
150mm | f/3.2 | 1/640s | ISO200
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
150mm | f/4 | 1/200s | ISO200

Der Spätsommer gehört den Heuschrecken, viele Arten treten erst ab Juli in ihrer Erwachsenen-Form in Erscheinung und fallen dann erst durch ihre Gesänge auf. Neben einigen Generalisten, gibt es natürlich viele Spezialisten, die auf sehr spezifische Lebensräume angewiesen sind. In diesem Jahr konnte ich die Grüne Strandschrecke (Aiolopus thalassinus) zum ersten mal fotografieren. 

Sumpfschrecke (Stethophyma grossum)
150mm | f/3.5 | 1/500s | ISO200
Lauchschrecke (Mecostethus parapleurus)
150mm | f/3.5 | 1/1000s | ISO400
Grüne Strandschrecke (Aiolopus thalassinus)
150mm | f/8 | 1/125s | ISO800
Grüne Strandschrecke (Aiolopus thalassinus)
150mm | f/4 | 1/640s | ISO800
Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), der auf der rechten Körperseite der Vorderflügel fehlte und man daher die Hinterflügel beim ruhenden Tier sah.
150mm | f/4.5 | 1/200s | ISO200  

Neben den Heuschrecken findet man natürlich noch viele weitere Insekten im Spätsommer oder auch noch im Frühherbst. In diesem warmen Jahr schien sich u.a. der aus dem Mittelmeergebiet stammende Europäische Laternenträger (Dictyophara europaea)  an vielen Stellen gut entwickelt zu haben. Selbstverständlich gibt es auch Käfer zu entdecken, einige Holzkäferarten kann man über einen langen Zeitraum im und am Holz finden. Auch für die heimische Gottesanbeterin waren die diesjährigen klimatischen Bedingungen ideal und man konnte ihr vielerorts begegnen.

Europäischer Laternenträger (Dictyophara europaea)
150mm | f/8 | 1/200s | ISO800
Abgeplatteter Stutzkäfer (Hololepta plana)
150mm | f/4 | 1/250s | ISO800
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) - Männchen
150mm | f/4 | 1/500s | ISO200
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) - Weibchen
150mm | f/8 | 1/60s | ISO400

Einige Libellenarten fliegen noch bis in den November. Bis auf die beiden Winterlibellenarten überwintert diese Insektenordnung bei uns als Larve oder als Ei.

Kleine Binsenjungfer (Lestes virens)
150mm | f/8 | 1/25s | ISO200
Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta)
300mm | f/4 | 1/1600s | ISO400

Bei den Tagfaltern sind es einige Bläulingsarten die noch im späteren Jahr auf den Wiesen zu finden sind. Sie überwintern jedoch auch alle als Ei oder als Larve. Nur eine gute Handvoll heimischer Tagfalter ist auch im Winter als Falter zu anzutreffen.

Kleiner Esparsetten-Bläuling (Polyommatus thersites) cf.
150mm | f/4 | 1/500s | ISO800
Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus)
150mm | f/3.5 | 1/400s | ISO800
Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)
150mm | f/5 | 1/320s | ISO800
Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus)
150mm | f/4 | 1/500s | ISO200

Samstag, 1. Oktober 2016

Stippvisite im Wallis 2/2 - die Tierwelt und der ganze Rest

In einem Sammelsurium möchte ich euch die restlichen Bilder unseres Wallis-Ausflugs zeigen. Die Pflanzenwelt und den Hochalpen-Apollo stellte ich euch ja bereits in vorangegangenen Blogpost vor, nun ist die restliche Tierwelt dran und noch ein paar Detail und Landschaftsaufnahmen. Schwerpunkt bei den verbleibenden Bildern liegt auf den Faltern, die in ihrer Quantität (Abundanz) sowie in ihrer Qualität (alpha-Diversität) absolut beeindruckten. Viele, in den heimischen Gefilden hoch seltene Arten trafen wie in großen Mengen an. Aber natürlich gab es auch bei der restlichen Tierwelt viel zu entdecken. Wir fanden einige attraktive Arten, wie z.B. den Achtpunktigen Kiefernprachtkäfer mit seinen tollen Farben oder so eindrückliche Arten wie die Sibirische Keulenschrecke mit ihren verdickten Vorderschienen. Auch versuchte ich mich an meiner ersten Milchstraßenaufnahme, die dank Joachims Hilfe ganz ok wurde. Nun genug der Worte und viel Spaß beim Anschauen der Bilder!

Achtpunktige Kiefernprachtkäfer (Buprestis octoguttata)
150mm, f/4, 1/50s, ISO400
Weißdolch-Bläuling (Polyommatus damon) und eine unbestimmte Fliege
150mm, f/3.5, 1/100s, ISO250
Weibchen einer Sibirischen Keulenschrecke (Gomphocerus sibiricus)
150mm, f/4, 1/640s, ISO400
Männchen einer Sibirischen Keulenschrecke (Gomphocerus sibiricus)
150mm, f/8, 1/125s, ISO800
Ginster-Bläuling (Plebeius idas)
150mm, f/4, 1/800s, ISO400
Panorama aus 44 Aufnahmen
44x85mm, f/4, 1/1000s, ISO100
Wasser
300mm, f/20, 1/20s, ISO50
Gletscherdetail
300mm, f/8, 1/400s, ISO200
Gletscherdetail
300mm, f/8, 1/1600s, ISO200
Alpenmurmeltier (Marmota marmota)
420mm, f/5.6, 1/800s, ISO200
"Vielgestaltiger Ölkäfer" (Hycleus polymorphus)
150mm, f/5.6, 1/50s, ISO800
Männchen einer Schlichten Raubfliege (Machimus rusticus)
150mm, f/4, 1/200s, ISO800
Puppenhülle, wahrscheinlich von einem Roten Scheckenfalter (Melitaea didyma)
mein erster Versuch eines Milchstraßenfotos
18mm, f/4, 25s, ISO3200
Hochmoor-Bläuling (Plebeius optilete)
150mm, f/4, 1/500s, ISO400
35mm, f/8, 1/200s, ISO400
Weißdolch-Bläuling (Polyommatus damon)
150mm, f/3.5, 1/250s, ISO400

300mm, f/8, 1/250s, ISO400
Dukatenfalter-Männchen (Lycaena virgaureae)
150mm, f/8, 1/250s, ISO800

Freitag, 5. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 5/24

Ein Foto der Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) verbirgt sich hinter dem fünften Türchen des Adventskalenders.
Für Naturfotografen halten extensiv genutzte Wiesen ein Füllhorn an Motiven bereit. Je nach Boden, Kleinklima, Habitatstradition, Bewirtschaftung und vielem mehr entwickeln sich unterschiedlichste Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren. Eine typische Art der Nass- und Feuchtwiesen, welche nicht zu intensiv bewirtschaftet werden, ist die gezeigte Heuschrecke. Sie zeichnet sich durch ihre charakteristische Lautäußerung (Gesang kann man es eigentlich nicht nennen) aus, welche an das Schnippen mit dem Fingernagel erinnert (tick, tick, tick). Das damit etwas monoton wirkende Konzert ist daher aber sehr einfach zu erkennen und quasi unverwechselbar. Aber auch der nähere Blick lohnt, da die Tiere nicht unattraktiv sind und insbesondere durch die rotgefärbte Unterseite der Hinterschenkel auffallen. 
Auch diese Art könnte sicherlich mal in einem zukünftigen Blogeintrag im Fokus stehen.

150mm, f/10, 1/20s, ISO200
Bis morgen!

Freitag, 23. August 2013

Hochsommer am Kaiserstuhl

An einem Morgen im Spätsommer traf ich mich mit Joachim im Kaiserstuhl noch zu sehr dunkler Stunde um rechtzeitig vor Sonnenaufgang bereits die ersten Motive im Sucher zu haben. Von sehr wenig Licht geführt liefen wir also los um einen geeigneten Platz auszumachen, nach ein paar Minuten steilen Anstiegs mussten wir jedoch feststellen, dass die Bedingungen wohl eher suboptimal waren. Massive Windböen bereits vor den ersten Sonnenstrahlen verheißen eher nichts gutes und können eine Makrotour schnell beenden. 
Wir blieben positiv gestimmt und suchten mit Stirnlampe noch inaktive Insekten. Inaktiv, leider eher nicht, es war schon richtig viel unterwegs, fliegend, laufend und springend. Das hieß also trotz der zeitigen Stunde langsam annähern und Fluchtdistanz waren. Der kräftige Wind machte das Fotografieren besonders anfangs sehr schwierig. 
Im Verlauf des Morgens gelang das ein oder andere Bild, was besonders an der hohen Dichte verschiedener Motive lag. Insbesondere verschiedene Schmetterlinge und zig Heuschreckenarten waren zu sehen. Es gab sehr viele Bläulinge, weshalb ich auch viele Bläulinge fotografierte. Leider gelang mir kein ansprechendes Foto von den zahlreich vorhandenen Blaukernaugen (Minois dryas), sie setzten sich immer sofort tief in die Vegetation oder direkt auf die Fotografen. Joachim hatte ein Männchen und ein Weibchen sicher eine 1/4 Stunde auf einer Hand. Ich glaube er hatte ihnen schon Namen gegeben. 
Alles in allem ein schöner Vormittag mit vielen Motiven.

Europäische Gottesanbeterin - Mantis religiosa
150mm, 1/100s, f/5.6, ISO200
vor Sonnenaufgang (Silbergrüner Bläuling - Polyommatus coridon) 
150mm, 1/160s, f/3.2, ISO800

Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata)
150mm, 1/200s, f/4, ISO400

nach Sonnenaufgang (Silbergrüner Bläuling - Polyommatus coridon)
150mm, 1/500s, f/4, ISO100

Hauhechel Bläuling - Polyommatus icarus
150mm, 1/640s, f/3.5, ISO200

während des Sonnenaufgangs (Silbergrüner Bläuling - Polyommatus coridon)
150mm, 1/250s, f/8, ISO200

Gammaeule - Autographa gamma
150mm, 1/160s, f/4, ISO200


Hauhechel Bläuling - Polyommatus icarus
150mm, 1/400s, f/4, ISO200

Europäische Gottesanbeterin - Mantis religiosa
150mm, 1/400s, f/4, ISO200