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Mittwoch, 4. März 2020

Springfrosch die Zweite

Springfrösche (Rana dalmatina) sind hier in Karlsruhe neben dem Feuersalamander und den Molchen die ersten Amphibien die man bereits im sehr zeitigen Frühjahr antrifft. Und da das immer nach dem tristen Winter eine große Freude ist, die Tiere zu suchen, zu beobachten und zu knipsen, möchte ich gern erneut einen kleinen Blogpost zu dieser Art schreiben.
Das letzte mal waren die gezeigten Fotos plakativer und tierzentrischer, diesmal hab ich versucht ein paar Bilder zu machen, die ich so in meinem Archiv noch nicht hatte.
90mm | f/4 | 1/400s | ISO800

Mehr Lebensraum, mehr Interaktion mit der Umwelt oder anderen Individuen, also eher weiter weg, als näher ran. In diesem Jahr konnten wir sehr viele Springfrösche im Wasser beobachten. Sogar rufende Männchen und Paarungen. Ein tolles Erlebnis, da sonst das Schauspiel eher des nächtens stattfindet.
Amplexus
23mm | f/16 | 1/500s | ISO800
23mm | f/16 | 1/80s | ISO640
Unterwasseraufnahme eines typischen Laichballens eines Springfrosches
28mm | f/1.8 | 1/100s | ISO25
90mm | f/4 | 1/1250s | ISO800
Laichgewässer mit mind. drei Springfröschen und vielen Laichballen im Bild
15mm | f/16 | 1/250s | ISO800

Letztes Jahr war vielerorts sehr schlecht für Amphibien, das trockene 2018 führte dazu, dass oberirdische Gewässer trotz Regen meist schnell wieder austrockneten, da aufgrund der sehr niedrigen Grundwasserstände viel Wasser einfach versickerte. Umso besser, dass es zumindest gerade so aussieht, als ob das zeitige Frühjahr aus amphibischer Sicht sehr gut zu sein scheint. Die Gräben sind reichlich mit Wasser gefüllt und viele Amphibien bereits in den Gewässern. So fanden wir Ende Februar neben Springfröschen auch Berg-, Teich und Kammmolche in einem Grabensystem in Karlsruhe. Im beginnenden März kamen auch vereinzelte Grasfrösche hinzu, die hier seltener sind als die Springfrösche. 
23mm | f/16 | 1/160s | ISO640 
90mm | f/3.5 | 1/1250s | ISO800
90mm | f/5.6 | 1/320s | ISO800
15mm | f/4 | 1/640s | ISO800

Mit etwas Geduld und ruhigem Verhalten gewöhnen sich die Tiere auch schnell an den Fotografen und sind dann doch sehr entspannt, wenn man ihnen mit der Kamera auf die Pelle rückt. Dann lässt man sich natürlich auch nicht die Chance entgehen, doch ein nahes Kopfportrait zu schießen. 
vier  Laichballen
90mm | f/3 | 1/100s | ISO800
frisch abgesetzter Laichballen, vermutlich wenige Minuten alt
90mm | f/8 | 1/100s | ISO800
zwei Männchen unter Wasser wartend, mit einigen Laichballen im Vordergund
90mm | f/8 | 1/60s | ISO800
150mm | f/5 | 1/160s | ISO800
90mm | f/8 | 1/80s | ISO800
15mm | f/16 | 1/320s | ISO800

Komplett frisch abgesetzte Laichballen, Paarungen und rufende Männchen, das war schon ein echtes Erlebnis. In wenigen Tagen werden nur noch die Laichballen in den Gewässern auf die Art hinweisen und die Frösche einzeln in den angrenzenden Waldgebieten unterwegs sein. 

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Adventskalender 21/24

Kurz vor knapp taucht das Amphib des Jahres 2016 doch noch hier im Blog hinter dem 21. Türchen des Adventskalenders auf. Im Frühjahr fanden wir die Art am Rand der Rheinebene an einem naßen Tag am späten Nachmittag. Danke an Michael fürs Finden. Die Tiere sind absolut beeindruckend, allein durch ihre Größe und Farbe. Beruflich hatte ich mit der Art in diesem Jahr auch einiges zu tun. Irgendwie wollte ich auch immer mal was im Blog zu der Art schreiben, aber da kam dann immer was dazwischen, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

150mm, f/2.8, 1/125s, ISO800
Bis Morgen!

Freitag, 16. Dezember 2016

Adventskalender 16/24

Hinter dem 16. Türchen versteckt sich mein persönliches Arten-Highlight des Jahres. Klemens zeigte mir diese Art, die ich bisher nur aus Büchern kannte. Die Geburtshelferkröte. In einem kurzen Besuch konnten wir einige Tiere finden und ein paar Fotos gelangen dabei auch noch. Wettbewerbe werden die zwar nicht gewinnen aber zumindest sind sie vorzeigbar. Die Bilder zeigte ich bereits im Blog in einem zusammenfassenden Post. Ich habe mich sehr über dieses Erlebnis gefreut.

150mm, f/8, 1/5s, ISO200
Bis Morgen!

Samstag, 10. Dezember 2016

Adventskalender 10/24

Mit einem allgemein anerkannten Mythos räumt heute der zehnte Teil des Adventskalenders auf, nämlich dass Frösche im Wasser leben. Tatsächlich leben die sogenannten Braunfrösche (Gras-, Spring- und Moorfrosch) faktisch komplett an Land, nur zur Paarung und Eiablage benötigen sie ein Gewässer. Mal abgesehen von diesen zwei Wochen im Jahr sind die Tiere in Wäldern an Land unterwegs. Die Wasserfrösche (Teich-, See- und kleiner Wasserfrosch) leben das Jahr über zwar tatsächlich in oder an Gewässern aber von denen überwintert auch nur der Seefrosch aquatisch. Das heutige Foto zeigt somit einen Grasfrosch in seinem typischen Lebensraum. In lichten Wäldern sind die Tiere zur Dämmerung unterwegs und jagen besonders Insekten. 
Das Foto entstand übrigens unter höchsten körperlichen Schmerzen, da ich am Boden liegend und mich sehr langsam an den Frosch heranpürschend kaum bewegen konnte und somit die gut zwei Dutzend Mücken allein an der linken Hand, die die Kamera hielt, nicht verscheuchen konnte.
150mm, f/4, 1/3s, ISO1000
Bis Morgen!

Samstag, 9. Juli 2016

Geburtshilfe

Die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) ist wohl die spannenste der heimischen Amphibien, gleichwohl kennen viele diese Art nur aus Büchern, da sie in Deutschland nur selten anzutreffen und in ihren mitteleuropäischen Refugien äußerst gefährdet ist.  Bedanken möchte ich mich bei Klemens, der es mir erstmalig ermöglichte, die Tiere zu Gesicht zu bekommen.
Obskur, sonderbar, ungewöhnlich, besonders - das ist die Assoziation die einem zu der Biologie dieser Art einfällt, tragen doch die Männchen den Laich von ein bis zwei Weibchen um die Hinterbeine gewickelt bis zum Schlupf der Kaulquappen mit sich rum.
150mm, f/8, 1/5s, ISO200
Die Verbreitung der Art beschränkt sich auf Westeuropa und westliche Teile Mitteleuropas. Sie ist in beinah ganz Frankreich verbreitet, in großen Teilen Spaniens und teilweise in der Schweiz, Belgien und der Niederlande zu finden. In Deutschland ist die Verbreitung sehr regional und beschränkt sich auf West- und das westliche Mitteldeutschland. Außerdem gibt es noch Vorkommen in Südbaden. In Südwesteuropa gibt es noch weitere Arten und eine in Nordafrika. Je nach Systematik sind es fünf bis acht Geburtshelferkrötenarten.
Verbreitung der Geburtshelferkröte in der EU25
150mm, f/5, 1/3s, ISO200
Ursprünglich war die Geburtshelferkröte vermutlich vor allem in den Überschwemmungsflächen der Auen zu finden. Da dieser Primärlebensraum heute in Deutschland weitestgehend fehlt, musste die Art auf Ersatzlebensräume ausweichen. Das sind vorallem Abbaugebiete, militärischen Übungsplätzen, Bahndämmen, Gärten und ähnliches. Entscheidend ist dabei das nutzbare Angebot an Tagesverstecken, die in Siedlungen etwa durch Trockenmauern, Steinhaufen oder Holzstapel gegeben ist, die Tiere nutzen ansonsten Verstecke unter Steinen, Erdlöchern oder graben sich in lockererem Sediment ihren Unterschlupf selbst. Bei der Wahl des Kaulquappengewässers sind die Tiere eher anspruchslos, jedoch stellt der Besatz von Fischen häufig ein Problem dar. 
Luftloch deutet auf das Tagesversteck hin
Der leise Ruf wird auch als Glockenklang bezeichnet und kann von beiden Geschlechtern  erzeugt werden. Mit Einbruch der Dämmerung beginnen die Tiere mit dem einsilbigen Rufen.
Die Biologie mutet eher wie von einem seltenen tropischen Frosch an, als von einem heimischen Amphib. Dabei scheinen die Geburtshelferkröten einer basale Gruppe in der Stammesgeschichte der Amphibien anzugehören und werden u.a. mit den Unken zu den "Urfröschen" subsummiert. Dennoch ist die Fortpflanzungsbiologie der Art überaus spezialisiert und in dieser Art wohl auch einzigartig. Die Paarung findet an Land statt. Nach der Befruchtung des Laichs übernimmt das Männchen die Laichschnüre. Diese spannt bzw. umwickelt er an seinen Hinterbeinen. 
Die Kaulquappen können recht groß werden (bis zu 9 cm) und überwintern teilweise vor der Metamorphose im Gewässer.
150mm, f/8, 1/20s, ISO500
150mm, f/8, 1/13s, ISO500
Die Geburtshelferkröte ist vor allem durch Lebensraumverluste und Verinselung der Einzelvorkommen gefährdet. Insbesondere die Zerstörung bzw. Verlandung der Kaulquappengewässer und auch das Einsetzen von Fischen in bislang fischfreien Gewässern stellt ein existentielles Problem dar. Aber auch die Verbuschung der Landlebensräume sowie der Verlust von Lebensraumelementen wie Lesensteinhaufen, Trockenmauern oder Rohbodenstandorten tragen zur Gefährdung der Art bei. In Deutschland wird das Amphib auf der Roten Liste als gefährdet geführt.
Weibchen
150mm, f/8, 1/2s, ISO200

Donnerstag, 7. April 2016

Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Wie ich bereits im Adventskalender 22/24 vom letzten Jahr feststellen musste, gibt es hier im Blog noch keinen Post zur Gelbbauchunke. Das soll sich hiermit ändern. Schließlich begleitet mich die Art schon seit vielen Jahren, manchmal stieß ich durch Zufall auf die Unke, häufig habe ich beruflich mit ihr zu tun und manchmal steuerte ich Vorkommen auch gezielt zum Fotografieren an. 
Die Meisten dürften von der Art schon gehört haben, aber viele kennen sie nur von Fotos. Kein Wunder, schließlich sind die gut 4 cm großen Tiere echte Tarnungskünstler und verhalten sich eher unauffällig. In Deutschland ist die Art nur im Süden, im Westen und vereinzelt in Mitteldeutschland zu finden. Im Norden und im Osten fehlt sie. Jedoch ist im Osten die nah verwandte Rotbauchunke flächig verbreitet. In Europa ist die Gelbbauchunke im südlichen Mitteleuropa, südlichen Osteuropa und in Südeuropa anzutreffen.

150mm (225mm KB), f/10, 1/2s, ISO100
150mm, f/4, 1/60s, ISO200
150mm, f/3.2, 1/500s, ISO400
Verbreitung der Gelbbauchunke in der EU25

Man nimmt an, dass der natürliche Lebensraum der Gelbbauchunke in den Überschwemmungsbereichen der Auen lag und hier die immer wieder neu entstandenen Klein- und Kleinstgewässer spontan besiedelt wurden. Denn trotz ihrer geringen Größe sind die Tiere erstaunlich mobil und können größere Strecken zurücklegen. In der heutigen Kulturlandschaft sind solche primären Lebensräume eine Ausnahme. Nichtsdestotrotz besiedelt die Art heute durch menschlichen Einfluss entstandene Lebensräume wie wassergefüllte Fahrspuren, größere Pfützen und Wassergräben. Dabei dürfen die Gewässer nicht zu viel Vegetation aufweisen, sollten offen und eher besonnt sein. Häufig kann die Unke in Steinbrüchen oder Lehmgruben angetroffen werden. Nicht nur in stillgelegten Abbauflächen, sondern auch in laufenden Betrieben. Dies kann wiederrum zu einem artenschutzrechtlichen Konflikt führen, der in einem gewissen Maße durch Hinweise und Aufklärungen entschärft werden kann.

150mm, f/10, 1/6s, ISO200
eine alte Tongrube als typischer Sekundärlebensraum
5x 24mm(36mm KB), f/8, 1/500s, ISO200
Artenschutzkonflikt in einer Kiesgrube
18mm, f/5, 1/250s, ISO200
Artenschutzkonflikt in einer Kiesgrube
18mm, f/5, 1/320s, ISO200
150mm (225mm KB), f/10, 1/4s, ISO100
Gelbbauchunken gehören zu den späteren Amphibienarten und sind meist erst im späten Frühjahr zu finden. Paarungen finden dann erst gegen Mai und Juni statt. Abgelegt werden immer nur kleinere Eipakete an im Wasser befindlichen Strukturen wie Pflanzenstängeln. Die Tiere sind eher dämmerungs- und nachtaktiv. Zur Hauptpaarungszeit kann man die Männchen aber auch tagsüber rufen hören.
Da sie vieler Orts in den letzten Jahren starke Bestandsrückgänge erlitten hat, wird die Art in der Roten Liste der Amphibien Deutschlands als stark gefährdet eingeschätzt. Unter anderem sind hier Intensivierungen der Kulturlandschaft zu nennen, wodurch bspw. Erdwege mit Fahrspuren verloren gehen. Rekultivierungen von Steinbrüchen können ebenso problematisch sein wie der allgemeine Flächenverlust und die damit verbundene Verinselung einzelner Populationen. Da ein großer Teil der Gesamtpopulation der Gelbbauchunke in Deutschland zu finden ist, wird diese als Art mit besonderer Verantwortung für Deutschland geführt. Außerdem ist das Amphib nach nationalem Recht streng geschützt und nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie in der gesamten EU geschützt.

Kleine Springschwänze als Gäste
150mm (225mm KB), f/13, 1/30s, ISO200, starker Crop
150mm (225mm KB), f/10, 1/2s, ISO200
150mm (225mm KB), f/11, 1/2s, ISO200

Dienstag, 22. Dezember 2015

Adventskalender 22/24

Im 22. Teil des Adventskalender soll es erneut um eine Art gehen, die häufiger auch in menschlicher Nähe zu entdecken ist. Zum einen sind die Tiere in wassergefüllten Fahrspuren auf land- und forstwirtschaftlichen Wegen zu finden oder aber auch in Steinbrüchen. Hieraus entstehen natürlich auch immer wieder Konflikte mit der Artenschutz. Mich begleitet die Gelbbauchunke (Bombina variegata) schon seit vielen Jahren und so habe ich auch schon lange vor dieser spannenden Art einen ausführlichen Blogpost zu widmen. Im kommenden Jahr ist damit durchaus zu rechnen.

18mm, f/5, 1/320s, ISO200
Bis morgen!

Freitag, 4. Dezember 2015

Adventskalender 04/24

Am vierten Tag des Adventskalender findet sich eine Art die ich nun seit einigen Jahren im zeitigen Frühjahr aufsuche. Zwar befindet sich eines der besten Laichgewässer Deutschlands nicht weit von meinem Wohnort entfernt, jedoch ist dies kein sicheres Indiz den Springfrosch (Rana dalmatina) als Frosch auch zu finden. Im Gewässer finden sich jedes Jahr einige tausend sehr typische Laichballen, allerdings verlassen die erwachsenen Tiere das Wasser wieder schnell und gehen in ihren Landlebensraum. Ich hatte 2013 schon mal einen Beitrag zu der Art verfasst. Nichtsdestotrotz findet sich in dem Gewässer meist noch eine weitere eng verwandte Art, welche nicht ganz so kryptisch ist: der Grasfrosch (Rana temporaria) und so fotografierte ich diese Art in ihrem Lebensraum am späten Nachmittag.

18mm, f/5.6, 1/640s, ISO800
Bis morgen!

Dienstag, 9. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 9/24

Am 9. Dezember möchte ich euch ein Wunschmotiv von mir zeigen. Als wir dieses Jahr in den Alpen waren, verfranzten wir uns am ersten Tag irgendwie etwas und liefen einen nicht unanstrengenden Weg ohne dabei unser Ziel (Steinböcke) zu finden. Entlang eines Aufstiegs liefen wir einen schmalen Pfad. Zum Glück schaute ich während dessen etwas genauer auf den Steig und sah plötzlich direkt neben meinen Füßen einen Alpensalamander (Salamandra atra) der den Weg kreuzte. Unsere ein bisschen getrübte Stimmung aufgrund der bisher fehlenden Motive und des massiven Nebels wurde sofort aufgehellt. Auch wenn die Bedingungen nicht einfach waren, da nur noch sehr wenig Licht vorhanden war, entstanden ein paar passable Aufnahmen. Aufgrund der Jahreszeit und Witterung wollten wir das Amphib auch nicht zu sehr mit unserer Anwesenheit stressen. Vermutlich war es gerade auf dem Weg ins Winterquartier. Für mich war es der erste Kontakt mit dieser interessanten Art und ich hoffe, dass es nicht der letzte war...schließlich hatte ich mir schon lange vorgenommen einen Alpensalamander zu fotografieren.


150mm, f/5, 1/25s, ISO800
Bis morgen!

Freitag, 7. März 2014

Die ersten Amphibien sind schon unterwegs

Bereits seit einigen Tagen ist es nun schon wieder so weit...
Die ersten Amphibien sind wieder unterwegs. In Baden konnte ich letztes Wochenende Springfrosch (Rana dalmatina) und Grasfrosch (Rana temporaria) beobachten. Die Springfrösche hatten zum Großteil bereits abgelaicht und sind nun in ihrem Landlebensraum unterwegs. Auch bei den Grasfröschen fand ich bereits einige Laichballen, jedoch waren auch noch Tiere direkt im Gewässer zu finden. Den Laich von Gras- und Springfrosch zu unterscheiden ist einfach, da Springfrösche etwa faustgroße Laichballen einzeln um Halme legen, ganz im Gegensatz zu Grasfröschen die wesentlich größere Laichballen meist in Gruppen zusammen ablegen. So können mehrere Quadratmeter große Teppiche aus Laich entstehen.
Ebenfalls waren bereits Erdkröte (Bufo bufo), Teichmolch (Lissotriton vulgaris) und Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) zu finden.  
In den meisten Ecken Deutschlands werden die meisten Tiere noch nicht am Laichgewässer gewesen sein, aber spätestens in den nächsten Tagen dürften die Dämme brechen und es wird viel Aktivität zu verzeichnen sein. 

Grasfrosch - Rana temporaria
150mm, 1/200s, f/5, ISO200
Springfrosch - Rana dalmatina
150mm, 1/50s, f/5, ISO400
Nördlicher Kammmolch - Triturus cristatus
150mm, 1s, f/13, ISO100
Nördlicher Kammmolch - Triturus cristatus
150mm, 1/20s, f/4, ISO100
Springfrosch - Rana dalmatina
150mm, 1/60s, f/5, ISO400
Grasfrosch - Rana temporaria
150mm, 1/640s, f/3.5, ISO200
Grasfrosch - Rana temporaria
150mm, 1/60s, f/5, ISO800

Sonntag, 2. Juni 2013

Wechselkröte - Bufo viridis

Bereits im letzten Jahr besuchte ich zum ersten mal eine Fläche mit Wechselkröten. Ihr typisches Tarnfleckmuster macht sie zum einen unverkennbar und zum anderen wohl zu einer, wenn nicht sogar zu der attraktivsten heimischen Amphibienart. Tagsüber sind die Tiere in aller Regel versteckt und nur im Ausnahmefall aktiv. Das heißt, dass die meisten Menschen diese Tiere wohl nie zu Gesicht bekommen werden. Umso wichtiger diese schönen Tiere mit Photos einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen und so ein gewisses Verständnis zu schaffen, deren Lebensräume zu erhalten.

225mm | 1/800s | f/4 | ISO200
Allein die stark abgegrenzten grünen Flecken auf hellem Grund machen die Art zu allen anderen heimischen Amphibien unverwechselbar. Die Wechselkröte (Bufo viridis) ist neben Erd- und Kreuzkröte eine der drei heimischen Arten die zur Familie der Echten Kröten (Bufonidae) gehören. Die Wechselkröte ist etwas schlanker als die anderen beiden Arten und in ihrer Körpergröße genau zwischen den beiden. In Deutschland können die Männchen bis 8 und die Weibchen bis 9 cm groß sein. Alle drei Arten können miteinander bastardisieren, allerdings führt dies in fast allen Fällen zu stark missgebildeten Tieren. 
Die Oberseite und Flanken der Wechselkröte sind sehr variabel. Die Grundfärbung kann von beige über grau bis grün-, bräunlich gehen. Die dunkelgrünen Flecken sind individuell und bleiben während des gesamten Lebens der Kröte in Anordnung, Form und Verteilung erhalten. Jedoch verkleinern sich die hellen Fleckenzwischenräume mit zunehmendem Alter.      
gemeldete Verbreitung der Wechselkröte (Bufo viridis Komplex) in der EU25
An der Verbreitung der Wechselkröte könnte sich in den kommenden Jahren wohl einiges ändern, da es zu einer Aufspaltung der Art in fünf oder mehr verschiedene Arten kommen könnte. Momentan wird die Art aber meist noch im gesamten Verbreitungsgebiet als eine Art angesprochen. In Deutschland könnte es demnach noch eine zweite Art, die Östliche Wechselkröte (Bufo variabilis) geben. 
Die Wechselkröte kommt als kontinental-mediterranes Faunenelement in Deutschland an seiner westlichen Verbreitungsgrenze auf dem europäischen Kontinent vor. In Deutschland ist die Art fast flächendeckend im Osten verbreitet, außerdem ist sie im Westen und Südwesten und in Bayern zu finden.  Das Gesamtverbreitungsgebiet reicht im Norden bis ins Baltikum und nach Schweden, im Osten bis zum Ural mit einem isolierten Vorkommen in Kasachstan sowie im Südosten bis zum Mittelmeer (Balkan, Italien).

225mm | 1/250s | f/4 | ISO200
225mm | 1/100s | f/9 | ISO200
Als Steppenart ist die Wechselkröte gut an trockene und warme Habitate angepasst. Sie benötigt grabfähige Böden, lückige bzw. niedrige Vegetation und ein ausreichendes Futterangebot. Als Nahrung dienen Insekten, Schnecken, Spinnen und Regenwürmer. Sie ist daher häufig auf sekundär entstandenen Habitaten und Ruderalflächen zu finden. Zusammen mit der Kreuzkröte teilt sie sich häufig den Lebensraum z.B. in Steinbrüchen, jedoch ist die Wechselkröte in der Wahl der Lebensräume wesentlich flexibler.
  
frisch metamorphisiertes Jungtier
127mm | 1/160s | f/6.3 | ISO400 | zwei Taschenlampen
Die Wechselkröte gilt als wanderfreudig und legt nicht selten bis 1000 m zwischen Laichgewässer und Sommerlebensraum zurück. Ihre Mobilität ermöglicht dabei auch die Eroberung neuer Laichgewässer. Diese sollten besonnt und keine bis wenig Vegetation haben, dabei reicht das Spektrum von kleinen Flachwassertümpeln bis zu mittelgroßen Gewässern. Die erwachsenen Tiere erscheinen spätestens im April und sind dann bis zum Juni am Laichgewässer zu finden. Die Eier werden wie bei allen Echten Kröten in Schnüren abgelegt. Die Larven sind dann meist ab Mai in den Laichgewässern und verlassen dieses als metamorphisierte Jungtiere ab Juli. Anfangs halten sich die winzigen Jungtiere noch sehr nah im feuchten Uferbereich des Entwicklungsgewässer auf und sind tagaktiv. Je älter sie werden umso weitere entfernen sie sich und sind dann auch eher dämmerungs- bzw. nachtaktiv. In der Regel sind die Tiere ab Oktober im frostfreien Winterversteck unter Steinen, Wurzel, in Nagerbauten oder in selbstgegrabenen Verstecken.

225mm | 1/125s | f/5.6 | ISO200
225mm | 1/500s | f/4 | ISO200
225mm | 1/250s | f/4 | ISO200
Die Bestandsentwicklung der Wechselkröten ist seit Jahrzehnten rückläufig. Sie wird daher auf der bundesweiten Roten Liste als gefährdet geführt. Hauptgefährdungsursache ist die anthropogene Zerstörung der Laichgewässer. Da die aller meisten primären Lebensräume der Wechselkröte nicht mehr existieren, ist die Art extrem auf die sekundären Lebensräume angewiesen. Brach- und Ruderalflächen, welche häufig als wertlose Gebiete angesehen werden, werden häufig überbaut oder alte Abbauflächen werden verfüllt, aufgeforstet oder geflutet. Neben der reinen Lebensraumzerstörung spielt die allgemeine Intensivierung der Landwirtschaft eine entscheidende Rolle, da hier die kleinräumigen Lebensräume immer mehr verloren gehen. 
Die Art unterliegt dem strengen europäischen Artenschutz und wird im Anhang IV der FFH-Richtlinie geführt. Hier bleibt zu hoffen, dass zukünftig genügend geeignete Lebensräume für diese Art erhalten bleiben und nach Möglichkeit auch neu geschaffen werden. 


225mm | 1/800s | f/2.8 | ISO200
225mm | 1/60s | f/8 | ISO200
225mm | 1/200s | f/5.6 | ISO200