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Freitag, 7. März 2014

Die ersten Amphibien sind schon unterwegs

Bereits seit einigen Tagen ist es nun schon wieder so weit...
Die ersten Amphibien sind wieder unterwegs. In Baden konnte ich letztes Wochenende Springfrosch (Rana dalmatina) und Grasfrosch (Rana temporaria) beobachten. Die Springfrösche hatten zum Großteil bereits abgelaicht und sind nun in ihrem Landlebensraum unterwegs. Auch bei den Grasfröschen fand ich bereits einige Laichballen, jedoch waren auch noch Tiere direkt im Gewässer zu finden. Den Laich von Gras- und Springfrosch zu unterscheiden ist einfach, da Springfrösche etwa faustgroße Laichballen einzeln um Halme legen, ganz im Gegensatz zu Grasfröschen die wesentlich größere Laichballen meist in Gruppen zusammen ablegen. So können mehrere Quadratmeter große Teppiche aus Laich entstehen.
Ebenfalls waren bereits Erdkröte (Bufo bufo), Teichmolch (Lissotriton vulgaris) und Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) zu finden.  
In den meisten Ecken Deutschlands werden die meisten Tiere noch nicht am Laichgewässer gewesen sein, aber spätestens in den nächsten Tagen dürften die Dämme brechen und es wird viel Aktivität zu verzeichnen sein. 

Grasfrosch - Rana temporaria
150mm, 1/200s, f/5, ISO200
Springfrosch - Rana dalmatina
150mm, 1/50s, f/5, ISO400
Nördlicher Kammmolch - Triturus cristatus
150mm, 1s, f/13, ISO100
Nördlicher Kammmolch - Triturus cristatus
150mm, 1/20s, f/4, ISO100
Springfrosch - Rana dalmatina
150mm, 1/60s, f/5, ISO400
Grasfrosch - Rana temporaria
150mm, 1/640s, f/3.5, ISO200
Grasfrosch - Rana temporaria
150mm, 1/60s, f/5, ISO800

Sonntag, 2. Juni 2013

Wechselkröte - Bufo viridis

Bereits im letzten Jahr besuchte ich zum ersten mal eine Fläche mit Wechselkröten. Ihr typisches Tarnfleckmuster macht sie zum einen unverkennbar und zum anderen wohl zu einer, wenn nicht sogar zu der attraktivsten heimischen Amphibienart. Tagsüber sind die Tiere in aller Regel versteckt und nur im Ausnahmefall aktiv. Das heißt, dass die meisten Menschen diese Tiere wohl nie zu Gesicht bekommen werden. Umso wichtiger diese schönen Tiere mit Photos einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen und so ein gewisses Verständnis zu schaffen, deren Lebensräume zu erhalten.

225mm | 1/800s | f/4 | ISO200
Allein die stark abgegrenzten grünen Flecken auf hellem Grund machen die Art zu allen anderen heimischen Amphibien unverwechselbar. Die Wechselkröte (Bufo viridis) ist neben Erd- und Kreuzkröte eine der drei heimischen Arten die zur Familie der Echten Kröten (Bufonidae) gehören. Die Wechselkröte ist etwas schlanker als die anderen beiden Arten und in ihrer Körpergröße genau zwischen den beiden. In Deutschland können die Männchen bis 8 und die Weibchen bis 9 cm groß sein. Alle drei Arten können miteinander bastardisieren, allerdings führt dies in fast allen Fällen zu stark missgebildeten Tieren. 
Die Oberseite und Flanken der Wechselkröte sind sehr variabel. Die Grundfärbung kann von beige über grau bis grün-, bräunlich gehen. Die dunkelgrünen Flecken sind individuell und bleiben während des gesamten Lebens der Kröte in Anordnung, Form und Verteilung erhalten. Jedoch verkleinern sich die hellen Fleckenzwischenräume mit zunehmendem Alter.      
gemeldete Verbreitung der Wechselkröte (Bufo viridis Komplex) in der EU25
An der Verbreitung der Wechselkröte könnte sich in den kommenden Jahren wohl einiges ändern, da es zu einer Aufspaltung der Art in fünf oder mehr verschiedene Arten kommen könnte. Momentan wird die Art aber meist noch im gesamten Verbreitungsgebiet als eine Art angesprochen. In Deutschland könnte es demnach noch eine zweite Art, die Östliche Wechselkröte (Bufo variabilis) geben. 
Die Wechselkröte kommt als kontinental-mediterranes Faunenelement in Deutschland an seiner westlichen Verbreitungsgrenze auf dem europäischen Kontinent vor. In Deutschland ist die Art fast flächendeckend im Osten verbreitet, außerdem ist sie im Westen und Südwesten und in Bayern zu finden.  Das Gesamtverbreitungsgebiet reicht im Norden bis ins Baltikum und nach Schweden, im Osten bis zum Ural mit einem isolierten Vorkommen in Kasachstan sowie im Südosten bis zum Mittelmeer (Balkan, Italien).

225mm | 1/250s | f/4 | ISO200
225mm | 1/100s | f/9 | ISO200
Als Steppenart ist die Wechselkröte gut an trockene und warme Habitate angepasst. Sie benötigt grabfähige Böden, lückige bzw. niedrige Vegetation und ein ausreichendes Futterangebot. Als Nahrung dienen Insekten, Schnecken, Spinnen und Regenwürmer. Sie ist daher häufig auf sekundär entstandenen Habitaten und Ruderalflächen zu finden. Zusammen mit der Kreuzkröte teilt sie sich häufig den Lebensraum z.B. in Steinbrüchen, jedoch ist die Wechselkröte in der Wahl der Lebensräume wesentlich flexibler.
  
frisch metamorphisiertes Jungtier
127mm | 1/160s | f/6.3 | ISO400 | zwei Taschenlampen
Die Wechselkröte gilt als wanderfreudig und legt nicht selten bis 1000 m zwischen Laichgewässer und Sommerlebensraum zurück. Ihre Mobilität ermöglicht dabei auch die Eroberung neuer Laichgewässer. Diese sollten besonnt und keine bis wenig Vegetation haben, dabei reicht das Spektrum von kleinen Flachwassertümpeln bis zu mittelgroßen Gewässern. Die erwachsenen Tiere erscheinen spätestens im April und sind dann bis zum Juni am Laichgewässer zu finden. Die Eier werden wie bei allen Echten Kröten in Schnüren abgelegt. Die Larven sind dann meist ab Mai in den Laichgewässern und verlassen dieses als metamorphisierte Jungtiere ab Juli. Anfangs halten sich die winzigen Jungtiere noch sehr nah im feuchten Uferbereich des Entwicklungsgewässer auf und sind tagaktiv. Je älter sie werden umso weitere entfernen sie sich und sind dann auch eher dämmerungs- bzw. nachtaktiv. In der Regel sind die Tiere ab Oktober im frostfreien Winterversteck unter Steinen, Wurzel, in Nagerbauten oder in selbstgegrabenen Verstecken.

225mm | 1/125s | f/5.6 | ISO200
225mm | 1/500s | f/4 | ISO200
225mm | 1/250s | f/4 | ISO200
Die Bestandsentwicklung der Wechselkröten ist seit Jahrzehnten rückläufig. Sie wird daher auf der bundesweiten Roten Liste als gefährdet geführt. Hauptgefährdungsursache ist die anthropogene Zerstörung der Laichgewässer. Da die aller meisten primären Lebensräume der Wechselkröte nicht mehr existieren, ist die Art extrem auf die sekundären Lebensräume angewiesen. Brach- und Ruderalflächen, welche häufig als wertlose Gebiete angesehen werden, werden häufig überbaut oder alte Abbauflächen werden verfüllt, aufgeforstet oder geflutet. Neben der reinen Lebensraumzerstörung spielt die allgemeine Intensivierung der Landwirtschaft eine entscheidende Rolle, da hier die kleinräumigen Lebensräume immer mehr verloren gehen. 
Die Art unterliegt dem strengen europäischen Artenschutz und wird im Anhang IV der FFH-Richtlinie geführt. Hier bleibt zu hoffen, dass zukünftig genügend geeignete Lebensräume für diese Art erhalten bleiben und nach Möglichkeit auch neu geschaffen werden. 


225mm | 1/800s | f/2.8 | ISO200
225mm | 1/60s | f/8 | ISO200
225mm | 1/200s | f/5.6 | ISO200

Sonntag, 25. März 2012

Der Lurch des Jahres...

...ist die Erdkröte (Bufo bufo)
Es handelt sich um die größte heimische Amphibienart, bei der die Weibchen in Deutschland eine Länge von bis zu 10cm erreichen können. Die Männchen sind meist deutlich kleiner. Die Kröte zählt zu den häufigsten heimischen Amphibien und ist in der ganzen Bundesrepublik fast flächendeckend verbreitet.
Die Tiere gehören zu den zeitig laichenden Kröten, in der Regel beenden die erwachsenen Tiere im März ihre Winterruhe und wandern dann direkt zum Laichgewässer. Zu dieser Zeit sind die Tiere auch tagsüber aktiv. Die Männchen sind bei dieser Art deutlich häufiger als die Weibchen und oft auch zeitiger im Gewässer anzutreffen als die Weibchen. Bemerkt ein Männchen ein Weibchen auf dem Weg zum Gewässer besteigt er dieses (Amplexus) und lässt sich bis zum Laichgewässer tragen. Durch die Überzahl an Männchen kommt es nicht selten dazu, dass sich mehrere mit einem Weibchen paaren wollen und sich an diesem festklammern auch wenn schon eins oder mehrere Männchen an dem Weibchen hängen. Diese Knäule können auch für das Weibchen gefährlich werden, da es unter Wasser gedrückt ertrinken kann.
Der Laich hat die Form von Schüren die einige Meter lang sein können. Die dunklen Quappen entwickeln sich bis Juni/Juli und verlassen dann als Jungtiere das Wasser. Die Kröten leben in sehr unterschiedlichen Lebensräumen, weisen jedoch eine gewisse Präferenz zu Wäldern auf. Außerhalb der Laichzeit sind die Lurche dämmerungs- und nachtaktiv und gehen in warm feuchten Nächten auf Nahrungssuche. Die Kröten sind Lauerjäger und fressen wenig selektiv Wirbellose die sie überwältigen können.
Obwohl die Art auch heute noch sehr häufig zu finden ist, sind ihre Bestände vermutlich in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. Bekannte Großpopulationen weisen massive Bestandsrückgänge auf. Ein Grund hierfür ist die immer stärkere Zerschneidung der Landschaft und die damit verbundenen Verkehrsopfer und auch die Zerstörung des Wasser- und Landlebensraumes.

225mm (150mm KB) | 1/200s | f/5.6 | ISO200 | Diffuser | Bohnensack
225mm (150mm KB) | 1/100s | f/5 | ISO200 | Diffuser | Stativ
225mm (150mm KB) | 1/160s | f/5.6 | ISO200 | Diffuser | Stativ

225mm (150mm KB) | 1/4s | f/13 | ISO200 | Diffuser | Stativ
225mm (150mm KB) | 1/60s | f/5 | ISO200 | Diffuser | Bohnensack

225mm (150mm KB) | 1/100s | f/5 | ISO200 | Bohnensack
225mm (150mm KB) | 1/60s | f/8 | ISO200 | Diffuser | Bohnensack
225mm (150mm KB) | 1/80s | f/8 | ISO200 | Diffuser | Stativ
225mm (150mm KB) | 1/30s | f/13 | ISO200 | Diffuser | Stativ
225mm (150mm KB) | 1/50s | f/10 | ISO200 | Diffuser | Bohnensack 
225mm (150mm KB) | 1/20s | f/8 | ISO100 | Bohnensack
225mm (150mm KB) | 1/6s | f/10 | ISO100 | Bohnensack
225mm (150mm KB) | 1.8s | f/10 | ISO400 | Stativ

225mm (150mm KB) | 1/100s | f/5.6 | ISO200 | Diffuser | Bohnensack

225mm (150mm KB) | 1/125s | f/6.3 | ISO200 | Diffuser | Bohnensack
225mm (150mm KB) | 1/50s | f/10 | ISO200 | Diffuser | Stativ