In einigen Regionen Deutschlands geht der Frühling so
langsam los, auch wenn dieser momentan von einer Kältewelle etwas gedämpft
wird, sind die ersten Indizien für die wärmere Jahreszeit bereits seit ein paar
Wochen festzustellen. In manchen Gräben findet man bereits Laichballen, meist
die etwas kleineren etwa faustgroßen einzeln um einen Halm angebrachten
Eipakete. Dies sind die untrüglichen Nachweise für den zeitigsten heimischen
Braunfrosch, den Springfrosch (Rana dalmatina). Durch sein enormes
Sprungvermögen von bis zu zwei Metern Weite macht dieser übrigens seinem Namen
alle Ehre.
Tatsächlich sind die Laichballen wohl das beste und
einfachste Merkmal den Springfrosch nachzuweisen und zu bestimmen. Denn häufig
findet man nur die Laichballen aber keinen einzigen Frosch im Gewässer. Kurz
nachdem die Weibchen einen (ganz selten zwei) Laichballen abgelegt
haben, verlassen sie das Gewässer auch direkt wieder. Die Männchen bleiben zwar
etwas länger, sind aber auch sehr schnell wieder in ihrem Landlebensraum unterwegs.
Meist rufen die männlichen Springfrösche erst mit Einbruch der Dunkelheit und
die Paarung findet auch eher nachts statt. In ihrem Landlebensraum sind die
Tiere allerdings am Tag häufiger anzutreffen, als die beiden anderen
Braunfroscharten (Moor- und Grasfrosch).
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225mm, f/7.1, 1/10, ISO200, SVA, KFB |
Der Springfrosch ist dem Grasfrosch aber auch dem Moorfrosch
sehr ähnlich und in einigen Fällen kann man sich anhand eines Fotos auch nicht
mehr sicher sein, welche Art es tatsächlich ist (siehe weiter unten). Typisch
für die grazile Art sind die langen Hinterbeine, diese stellen ein
wichtiges Bestimmungsmerkmal dar. Die Ausprägung in der Größe des Fersenhöckers liegt
zwischen den anderen beiden Braunfroscharten. Die Unterseite ist hell und besitzt höchstens randlich dunkle Flecken. Die Oberseite ist variabel und abhängig von der
Temperatur, Feuchtigkeit und der Jahreszeit. Das Trommelfell ist ungefähr so
groß wie das Auge.
Das Areal der Art
erstreckt sich von der französischen Atlantikküste und einem kleinen Vorkommen
in Spanien im Westen bis zu den Karpaten und zur Westküste des Schwarzen Meeres
im Osten. Auf den dänischen Inseln und im Südosten Schwedens kommen die
nördlichsten Springfrösche vor. Im Süden bis nach Kalabrien und
Griechenland.
In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen liegt der deutsche
Verbreitungsschwerpunkt. In Mittel- und Norddeutschland gibt es auch noch
einige kleinräumige von einander isolierte Vorkommen.
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gemeldete Verbreitung des Springfrosches in der EU25 |
Der Springfrosch besiedelt vor allem gewässerreiche, warme,
lichte Laub- und Mischwälder mit Altholzbeständen, wo er sich außerhalb der
Laichzeit bevorzugt an krautreichen, trockenen Stellen in sonniger Lage
aufhält, so z.B. auf Waldwiesen, Kahlschlägen, Lichtungen sowie an Wald- und
Wegrändern. Die Landlebensräume befinden sich häufig einige hundert Meter (bis
über einem km) weit entfernt vom Laichgewässer. Unter den
Braunfröschen ist der Springfrosch der wärmeliebenste.
Als Laichplätze nutzt die Art sowohl Kleingewässer wie
Gräben und Tümpel als auch Altwässer, Teiche, Rückhaltebecken und Seen. Diese
sind zumindest teilweise sonnenexponiert und vegetationsreich.
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225mm, f/7.1, 1/10s, ISO200, SVA, KFB |
Der Springfrosch ist, dort wo er in Deutschland vorkommt, in
der Regel die erste Amphibienart die an den Laichgewässer ankommt. Häufig sind
die ersten Tiere bereits im Februar da, das Ablaichen geschieht dann vor allem im März
und April. Die Männchen rufen erst mit Einbruch der Dunkelheit unter Wasser,
daher sind die Tiere schwer zu hören. Der vom Weibchen abgesetzte
Laichballen enthält zwischen 300 und 1000 Eiern. Dieser wird in einer
Wassertiefe von 5 bis 40 cm an Pflanzenstengeln, Ästen oder ähnlichem befestigt. Später
treibt der Laich im Laufe der Entwicklung an die Oberfläche. Die Kaulquappen
ernähren sich vor allem von Algen. Die an Land gehenden Frösche erbeuten dagegen
Insekten, Spinnen und Schnecken. Zwischen Juni und August verlassen die neuen
Jungfrösche das Gewässer und wandern in die Landlebensräume.
Damit die Tiere im Frühjahr schneller im Laichgewässer
sind, machen sie sich teilweise bereits im Herbst auf den Weg zu
ihrem Laichgewässer, die Überwinterung findet dann in der Nähe dieser
statt. Als Winterquartier dienen in den Landlebensräumen z.B. Hohlräume
unter Moospolster, Wurzeln, Spalten unter oder zwischen Steinen, Blätterhaufen
oder hohle Baumstämme.
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225mm, f/6.3, 1/8s, ISO200, SVA, KFB |
Der Springfrosch ist eine EU-weit geschützte Art und wird im
Anhang IV der FFH-Richtlinie geführt außerdem ist er eine nach
Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art.
Die Art ist hauptsächlich durch den Verlust geeigneter
Laichgewässer und durch weitere Isolation verschiedener Vorkommen gefährdet. Da
dieser Braunfrosch eine eher südeuropäische Art ist, wird teilweise angenommen,
dass er durch den rezenten Klimawandel profitieren könnte. Dies ist jedoch
noch nicht durch Zahlen belegt worden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist
neben dem Vorhandensein geeigneter Lebensräume auch die Möglichkeit der wenig
eingeschränkten Ausbreitung. Maßnahmen wie Biotopverbund und eine Verbesserung
der Durchlässigkeit der Landschaft sind hier die entscheidend, damit die Art auf die Klimaänderung reagieren kann.
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225mm, f/10, 1/5s, ISO200, SVA, KFB |
In manchen Fällen ist die Bestimmung von den Braunfröschen nicht ganz eindeutig. Das nächste Bild zeigt ein Weibchen, vermutlich eines Springfrosches. Auch wenn die Merkmale des Tieres nicht ganz eindeutig waren, deutete doch alles darauf hin dass es ein Springfrosch ist. Im darauf folgenden Bild ist ziemlich sicher eine Fehlpaarung zwischen Grasfrosch und Springfrosch zu sehen. Auch hier war eine hundertprozentige Bestimmung nicht möglich.
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Springfrosch Weibchen / 225mm, f/6.3, 1/60s, ISO200, SVA, KFB |
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Grasfrosch (Rana temporaria) oben und Springfrosch (Rana dalmatina) unten / 225mm, f/7.1, 1/40s, ISO200, SVA, KFB |
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