Mittwoch, 16. Dezember 2015

Adventskalender 16/24

Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, ist ja ein zentrales Thema eines jeden Naturfotografen und genau darum soll sich der 16. Teil des Adventskalenders drehen. Insbesondere bei Insekten gibt es häufig enge Zeitfenster wann man die erwachsenen Tiere antrifft. Es geht aber noch wesentlich diffiziler, z.B. wenn man den Zeitpunkt abpassen möchte um bestimmte Libellenarten bei ihrer letzten Häutung zu beobachten. Dann sind es meist nur wenige Tage an denen man eine bestimmte Art beim Schlupf beobachten kann. Somit hatten wir schon ordentlich Glück als Joachim, Stefan und ich an einem Junimorgen im Schwarzwald duzenden Falkenlibellen (Cordulia aenea) beim Schlüpfen zuschauen konnten. Anfänglich fanden wir keine, dann eine, dann zwei und je mehr wir uns einschauten umso mehr sahen wir im hohen Gras und teilweise sogar auf Augenhöhe in den Bäumen. Auch wenn man schon vielen Libellen beim Schlupf zugesehen hat, ist es doch immer wieder ein Erlebnis die Tiere bei diesem heiklen Akt zu beobachten.

300mm, f/4.5, 1/80s, ISO200
Bis morgen!

Dienstag, 15. Dezember 2015

Adventskalender 15/24

Im 15. Teil des Adventskalenders bekommt ihr ein zufällig entstandenes Foto zu sehen. Am Ufer bei den Nutrias (Myocastor coypus) war Anfang November nur noch wenig weiteres tierisches zu sehen. Einige Enten tummelten sich ganz in der Nähe und gelegentlich flogen ein paar Zweiflügler durch die Gegend. Die Große Heidlibelle (Sympetrum striolatum) bemerkte ich vorort allerdings nicht. Erst beim Durchsehen am Rechner daheim stellte fest, dass ich zwei Protagonisten in diesem Bild eingefangen hatte. Wie eine Drohne schwebt die Libelle über dem Nager.

600mm, f/6.3, 1/1600s, ISO1000
Bis morgen!

Montag, 14. Dezember 2015

Adventskalender 14/24

Heute öffnet sich hier zum 14. mal ein Türchen des Adventskalenders und dahinten versteckt sich eine spannende und relativ unbekannte Art. Der Purpurreiher (Ardea purpurea) ist dem bekannten und häufigen Graureiher nicht unähnlich, jedoch ist er ungleich farbenfroher. Die 40-50 Brutpaare in Deutschland sind nur in Süddeutschland, schwerpunktmäßig am Oberrhein, zu finden. Die Tiere brüten meist in Kolonien in ausgedehnten Schilfbereichen. Das fotografierte Tier befindet sich gerade im Anflug auf das Nest. Trotz ihrer ausgeprägten Farben sind die Tiere in ihren Nestern mit der hohen Vegetation ringsherum sehr gut getarnt und daher auch eher schwierig zu fotografieren. Ich versuchte das Tier durch einen Mitzieher aus seiner Umgebung zu lösen.

500mm (750mm KB), f/13, 1/125s, ISO100
Bis morgen!

Sonntag, 13. Dezember 2015

Adventskalender 13/24

Hinter dem 13. Türchen des Adventskalenders versteckt sich heute, zum dritten Advent, etwas Besonderes und gleichzeitig äußerst Triviales. Das Besondere ist, dass ich heute kein Foto sondern ein Video zeige. Das Triviale ist, dass es sich bei den gefilmten Tieren um Buntspechte handelt. In der letzten Zeit versuche ich ja hin und wieder die Blogposts mit Videos zu ergänzen und zeige hier nun eine Fütterungsszene eines Buntspechts kurz bevor die Jungen die Höhle verlassen. Einen Tag später waren die Tiere nicht mehr da.
Die gesamte Szene die unter optimalen Bedingungen statt fand (Höhle auf 2m Höhe, gut zugänglich, nahe eines Weges, daher einigermaßen an Menschen gewöhnt) und mir von meinem Fotokumpel Stefan gezeigt wurde, freute mich doch sehr. Bisher hatte ich noch nie so vorzeigbare Buntspechtbilder gemacht, konnte die Art bequem beobachten und mich an den hübschen Tieren erfreuen. Und das auch noch unweit von meinem Wohnort! Die Naturfotografie vor der Haustür ist für mich einer der wichtigsten Bestandteile der Naturfotografie, schließlich soll sie doch die Schönheit der heimischen und schützenswerten Natur zeigen und nicht nur Tiere und Pflanzen in entfernten Ländern zu denen man wenig bis keinen Bezug hat.

Bis morgen!

Samstag, 12. Dezember 2015

Adventskalender 12/24

"Aus der Not eine Tugend machen". Mit dieser oder einer ähnlichen Einstellung sollte man als Naturfotograf eigentlich immer an fotografische Projekte herangehen, da es sehr viele Faktoren gibt, die sich nicht beeinflussen lassen bzw. vorher einfach nicht absehbar sind. Im zwölften Teil des Adventskalenders möchte ich euch deshalb ein Bild zeigen, welches beinahe im digitalen Papierkorb gelandet wäre. Im Tarnzelt, auf eine kleine Eule wartend, beobachteten Benjamin und ich wie in einiger Entfernung ein junger Grünspecht immer wieder in einem abgestorbenen Teil einer Obstbaumkrone rumturnte und hier mal pickte und da mal klopfte. Leider war das Licht bereits sehr hart und keiner dachte an ein vorzeigbares Foto. Wir knipsten das Tier in Ermangelung von anderen Motiven dann aber trotzdem. Daheim am Rechner zeigte sich was ich erwartet hatte: viel zu hartes Licht und starke Kontraste. Ich tüftelte dann doch noch etwas im Lightroom rum und musste feststellen das mir die s/w-Ausarbeitung, welche die harten Kontraste noch mehr hervorhebt, durchaus zusagt. Das Bild erinnert mich an einen alten Kupferstich. So gelang trotzdem ein vorzeigbares Bild.

600mm (900mm KB), f/8, 1/400s, ISO400
Bis morgen!

Freitag, 11. Dezember 2015

Adventskalender 11/24

Im elften Teil des Adventskalender soll sich noch einmal alles um eine Eule drehen, allerdings um keine mit Federn sondern um eine mit Schuppen. Sie zählt zu den bekanntesten Nachtfaltern in Deutschland. Das liegt besonders daran, dass dieser Nachtfalter auch tagaktiv ist und man ihn gut bestimmen kann. Die typische Zeichnung auf den Flügeln brachte ihr ihren Namen ein und macht sie gleichzeitig (fast) unverwechselbar. Die Gammaeule (Autographa gamma). Der griechische Buchstabe Gamma ist gut erkennbar gleichzeitig ist der Rest des Falters durch seine gedeckten Farben im Geäst äußerst schwer zu entdecken. Am ehesten sieht man die Tiere im Schwirrflug bei der Nahrungssuche.
Zwar kennen viele diesen Falter, jedoch wissen viele nicht, dass es sich hierbei um einen Hochleistungsflieger handelt. Die Art ist ein Wanderfalter, welche enorme Strecken zurücklegen kann. Ob es überhaupt Teilpopulationen in Deutschland gibt, die hier erfolgreich überwintern ist nicht ganz klar. Fakt ist jedoch dass Individuen aus südlicheren Gefilden jedes Jahr einwandern und dabei so flugstark sind, dass sie sogar bis nach Island und Grönland fliegen können.

150mm, f/4, 1/50s, ISO400
Bis morgen!

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Adventskalender 10/24

Im zehnten Türchen des Adventskalenders dreht sich alles um glückliche Fügungen, denn es waren schon einige Zufälle nötig, damit es zu dem hier gezeigten Foto kam. Nicht nur das viel beschworene Wetter, der richtige Zeitpunkt und die optimale Örtlichkeit liefen hier fast perfekt zusammen sondern ganz besonders die Tatsache, dass der äußerst seltene Wintergast überhaupt da war und dass er bemerkt wurde. Es entstand nicht nur dieses eine Bild, sondern eine ganze Serie von Fotos, die ich bereits in diesem Jahr in einem Blogpost zeigte.

420mm, f/9, 1/500s, ISO400
Bis morgen!

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Adventskalender 09/24

Hinter dem neunten Türchen des Adventskalenders versteckt sich ein Foto einer äußerst interessanten Art. Es handelt sich um Staphylinus erythropterus, welcher eigentlich keinen einheitlich geführten deutschen Namen besitzt. Unter anderem wird er Rotflügeliger Moderkäfer genannt. Es handelt sich hierbei um einen Vertreter der Familie der Kurzflügelkäfer die sowohl in Mitteleuropa wie auf der ganzen Welt in einer unüberschaubaren Artenvielfalt auftreten. Bei uns dürften es an die 2000 Arten sein und die Allermeisten sind nur für eine handvoll Experten bestimmbar. Anhand eines Fotos lassen sich sowieso nur ein Bruchteil bestimmen. Die gezeigte Art zählt zu den gut bestimmbaren. Trotz ihrer Größe 14-18mm weiß man über die Art nur wenig. Der Rotflügelige Moderkäfer scheint vor allem nachtaktiv zu sein, wobei man die Tier auch tags finden kann. Sie jagen Insekten und Nacktschnecken am Boden, scheinen aber auch Aas nicht abzulehnen. Sie sind in Mitteleuropa verbreitet, stellenweise nicht selten und sind besonders häufig in Wäldern zu finden.
Bei dem Bild wollte ich mehr als nur das Tier in Szene setzen, mir ging es darum auch das Verhalten der äußerst agilen Tiere im Bild mit einzufangen. 

150mm, f/7.1, 1/25s, ISO200
Bis morgen!

Dienstag, 8. Dezember 2015

Adventskalender 08/24

Als Naturfotograf sucht man immer wieder die gleichen Orte auf, um die optimalen Bedingungen für ganz bestimmte Fotos zu bekommen, im gleichen Maße sehnt man sich aber auch nach neuen Gebieten und Arten die man noch nie fotografiert hat. In beidem liegen große Herausforderungen, die aber auch grundlegend unterschiedlich sind. In dem einen Fall sind die Konstanz, die Ausdauer und das Bekannte als Triebfeder des Fotografierens miteinander verbunden, aber auch mit der Herausforderung neue Ideen zu entwickeln und einen entsprechend langen Atem zu haben. Beim Anderen liegt die Motivation im Neuen mit all seinem Facetten, wobei dann eher das Unbekannte und Unberechenbare das Herausfordernde darstellt. Besonders wenn man neue Gebiete nicht gut kennt, kann es sein, dass man überhaupt nicht das richtige Motiv findet. Bei weiter entfernten Orten kommt z.B. noch das schlecht abschätzbare Wetter hinzu. Nichtsdestotrotz liegt in beidem ein großer Reiz und besonders die Ausgewogenheit zwischen diesen ist wichtig und gleichzeitig höchst subjektiv.
In den letzten Jahren unternahm ich mit Fotofreunden immer wieder mal die ein oder andere etwas längere Fahrt um in Gebieten zu fotografieren in denen wir noch nie waren. Meist hatten wir mit vielen Faktoren Glück, nur in diesem Jahr sollten wir im Vercor bezüglich des Wetters doch einige Einschränkungen erleben. Wie in meinem Blogeintrag zum Vercor bereits geschrieben regnete es die meiste Zeit und es war ordentlich kalt. Allerdings machten wir das Beste draus und kamen doch mit dem einen oder anderen Foto aber auch mit vielen Erlebnissen und Eindrücken wieder heim. Nicht nur aufgrund der schwierigen Wetterlage zählt daher das gezeigte Foto zu meinen Lieblingsmakros 2015.
 
Graublauer Bläuling (Pseudophilotes baton) auf Thymian mit Apenninen-Sonnenröschen im Hintergrund
150mm, f/8, 1/200s, ISO400
Bis morgen!

Montag, 7. Dezember 2015

Adventskalender 07/24

Im siebten Teil des Adventskalenders möchte ich heute ein Foto eines Vertreters einer sehr ursprünglichen Insektengruppe zeigen. Etwas vereinfacht gesagt, gibt es sie seit ca. 300 Millionen Jahren und sie gelten als älteste noch lebende Gruppe der geflügelten Insekten. Die rezenten Vertreter leben vor allem in Fließgewässern und werden zur Bioindikation von Gewässern benutzt. Sie ernähren sich meist von Pflanzenteilen oder organischen Partikeln im Wasser. Ihren Namen verdanken sie ihrer scheinbaren Kurzlebigkeit. Allerdings ist nur ihr letztens Lebensstadium äußerst kurz, dieses ist nämlich allein für die Fortpflanzung vorgesehen. Bei einigen Arten wenige Stunden und bei anderen Arten wenige Tage, länger dauert die geflügelte Phase nicht. Ich spreche natürlich von der Ordnung der Eintagsfliegen (Ephemeoptera). Eine interessante Gruppe mit der ich mich viel zu wenig auskenne...

300mm, f/4, 1/250s, ISO200
Bis morgen.