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Mittwoch, 7. Dezember 2016

Adventskalender 07/24

Hinter dem siebten Türchen verbirgt sich ein spurtstarkes Kaninchen, welches ich im Frühjahr diesen Jahres fotogarfieren konnte. Wie im Blogpost "Unter Karnickeln" bereits beschrieben, verbrachte ich Tage bei den putzigen Tierchen. Durch das städtische Umfeld sind die Tiere recht entspannt, was das Fotografieren deutlich vereinfacht. Motivisch trotzdem nicht ganz einfach den richtigen Moment zu treffen um ein spannendes Bild zu machen. Hier werde ich sicherlich auch in Zukunft die eine oder andere Stunde verbringen.

600mm, f/13, 1/50s, ISO200
Bis Morgen!

Montag, 1. August 2016

Siebenschläferartikel in der NaturFoto

In der letzten Naturfoto (Juli 2016) ist ein Artikel von mir erschienen. Für den aufmerksamen Leser des Blogs stellt der Artikel wenig neues dar, da ich hier bereits zwei Post dazu veröffentlicht habe (Siebenschläfer in der Urlaubssituation, Auf du und du mit dem Siebenschläfer). Seine Bilder in einer gedruckten Zeitung zu sehen, ist aber doch immer wieder schön.
Der Verlag hat mir das pdf des Artikels zur Verfügung gestellt und ermöglicht, dass ich diesen hier zeitversetzt veröffentlichen kann. Viel Spaß beim Reinschauen...

Seite 1+2

Seite 3+4

Seite 5+6

Freitag, 10. Juni 2016

Unter Karnickeln

...verbrachte ich einen Teil meiner fotografischen Freizeit in den letzten Wochen. Häufig mit Stefan lagen wir in der Gegend rum und knipsten die putzigen Tiere. 
Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) sind, anders als vielleicht viele wissen, nacheiszeitlich erst vor einigen Jahrhunderten durch den Menschen bei uns eingebürgert worden. Ursprünglich sind sie auf der Iberischen Halbinsel, Westfrankreich und in Nordafrika heimischen gewesen. Mittlerweile ist die Art in großen Teilen Europas verbreitet und auch in anderen Teilen der Welt zu finden, mit nicht ganz unkritischen Folgen. In Deutschland entwickelten sich die ursprünglich gezielt ausgesetzten oder verwilderten Tiere prächtig, bis vor wenigen Jahrzehnten die China-Seuche, ein Virus (RHD - Rabbit Haemorrhagic Disease) viele Populationen zusammenbrechen ließ. Vieler Orts gilt das Wildkaninchen nun als  selten oder sogar verschwunden. Besonders in manchen Städten gibt es allerdings gute und stabile Populationen.

zwei etwa vier Wochen alte Jungtiere
600mm, f/6.3, 1/400s, ISO1000
Karlsruhe ist auch eine solche Stadt. An vielen Stellen finden sich (Meta)populationen. An Straßenböschungen, größeren Grünstreifen entlang von Straßen, aber auch auf geeigneten größeren Flächen kann man die Tiere finden. Interessant ist auch, dass die meisten Stadtkaninchen wohl eher tagaktiv sind. In freier Wildbahn gelten sie als dämmerungsaktive Säuger.

Dutzende
150mm, f/8, 1/320s, ISO400
bei einem nahenden Hund geht man dann doch mal von der leckeren Fläche ins Versteck zurück
300mm, f/5.6, 1/125s, ISO400
Sie binden sich schon fast gewöhnlich in das allgemeine Straßenbild ein. Verhält man sich "normal", läuft oder fährt also auf den gewohnten Wegen in üblicher Geschwindigkeit vorbei, stören sich die Tiere in keinster Form. Verhält man sich jedoch ungewöhnlich und hält an oder kommt den Tieren auf ungewohnten Wegen näher, werden sie misstrauisch und verschwinden in ihren Bauen oder auch in einer nahe liegenden Hecke.

wer sieht die Kaninchen?
150mm, f/5.6, 1/1250s, ISO800

Kaninchen? Ich hab keins gesehen...
600mm, f/6.3, 1/640s, ISO400
gut versteckt in der Hecke
600mm, f/8, 1/400s, ISO1800
Das Misstrauen hält allerdings nicht sehr lange an. Legt man sich ein Weilchen auf die Lauer, bewegungslos und ruhig, spitzeln die ersten Tiere bereits nach kurzer Zeit aus ihren Verstecken heraus.

gute Tarnung, nur die durchleuchteten Ohren sind ein Blickfang
600mm, f/6.3, 1/800s, ISO1250
ist die Luft wieder rein?
600mm, f/6.3, 1/400s, ISO400
mich sieht niemand
600mm, f/6.3, 1/800s, ISO800
entspanntes chillout mit Sandbad
600mm, f/10, 1/100s, ISO200
ein Rammler der vermutlich durch einen Kampf gezeichnet wurde, traut sich aus seinem Versteck
600mm, f/6.3, 1/1250s, ISO800
Spätestens wenn das erste Tier den Schritt aus dem Versteck macht um weiter zu äßen, folgen die Anderen meist ziemlich schnell.

den Großteil ihrer aktiven Zeit verbringen die Kaninchen beim Fressen und hocken mit gesenktem Kopf an einer Stelle
300mm, f/5.6, 1/500s, ISO800

Platzhirsch...ähh...-kaninchen
240mm, f/5.6, 1/2000s, ISO800
600mm, f/6.3, 1/400s, ISO360
400mm, f/6, 1/400s, ISO1000
kritisch schauende Häsin
600mm, f/6.3, 1/640s, ISO800
Anfänglich vielleicht etwas argwöhnisch mit einem bewussten Blick zu den komisch klickenden Kästen und dahinter liegenden Menschen, aber auch das wird schnell toleriert. Spätestens jetzt sieht man die erwachsenen Tiere nur noch mit gesenktem Kopf grasend in der Vegetation. Die Jungtiere sind es allerdings die immer wieder mal aufschauen und an allem möglichem interessiert sind. Hier entstehen dann auch die interessanteren Bilder. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen konnten wir immer wieder Jungtiere unterschiedlichen Alters beobachten.

gemeinschaftlich grasende Gruppe
50mm, f/5.6, 1/4000s, ISO800
Nachwuchs
600mm, f/6.3, 1/800s, ISO1000
600mm, f/6.3, 1/1000s, ISO800
die Jungtiere zeigten auch an den höher gelegenen Blättern der Büsche Interesse
600mm, f/6.3, 1/500s, ISO800
aufmerksam
600mm, f/6.3, 1/800s, ISO800
600mm, f/6.3, 1/400s, ISO400
Auch auf Flächen in der Stadt kommt es immer wieder mal zu brenzligen Situationen, so konnten wir immer wieder Aaskrähen beobachten, die zwischen den Kaninchen nach schwachen oder zu langsamen Jungtieren Ausschau hielten. Hin und wieder passierte es auch, dass die Tiere plötzlich los rannten, in einem Tempo, was man den im normal Betrieb fast träge wirkenden Tieren in keinster Weise zugetraut hätte. Kurz darauf trabte dann meist ein herrenloser Hund durchs Bild und danach auch der Besitzer. 
Die sich mit einem Affenzahn bewegenden Tiere waren in ihrer Bewegung nicht sehr einfach festzuhalten, hatten die Tiere doch meist eine komische Beinhaltung, waren von einem Busch verdeckt, einen erneuten Haken geschlagen oder auch der AF hatte beim Mitziehen ein anderes Objekt zur Verfolgung erfasst. Ein paar mal klappte es dann doch und einige wenige male richtig gut.

mein mit Abstand bester Mitzieher
600mm, f/13, 1/50s, ISO200
Flucht-Chaos
600mm, f/14, 1/50s, ISO200
eher ein entspanntes weghoppeln
600mm, f/13, 1/100s, ISO400
Meist dauerte es nicht lange und die Tiere erschienen wieder kurz darauf wieder. Insbesondere das Verhalten in den Fresspausen und die Interaktion zwischen den Tieren ist spannend anzuschauen.

wahrscheinlich Mutter und Kind
600mm, f/6.3, 1/200s, ISO400
zwei Jungtiere
600mm, f/6.3, 1/1000s, ISO800
beim Beweglichkeitstraining
600mm, f/6.3, 1/250s, ISO400
kurz nach dem Kräftemessen spurten die beiden Rammler gleich wieder auseinander
600mm, f/8, 1/400s, ISO1250
grumpy rabbit
600mm, f/6.3, 1/800s, ISO400
Körperpflege (Kaninchen mit ausgeheilter Ohren(biss?)wunde)
600mm, f/6.3, 1/250s, ISO400
Teilweise blieben die Tiere sogar entspannt, wenn Spaziergänger anhielten aber auf den Wegen mussten sie bleiben, dann war sogar der Schnappschuss mit dem Handy drin.

bleiben Leute auf den üblichen Wegen, sind die meisten Kaninchen völlig entspannt
300mm, f/5.6, 1/400s, ISO1600

Dienstag, 15. Dezember 2015

Adventskalender 15/24

Im 15. Teil des Adventskalenders bekommt ihr ein zufällig entstandenes Foto zu sehen. Am Ufer bei den Nutrias (Myocastor coypus) war Anfang November nur noch wenig weiteres tierisches zu sehen. Einige Enten tummelten sich ganz in der Nähe und gelegentlich flogen ein paar Zweiflügler durch die Gegend. Die Große Heidlibelle (Sympetrum striolatum) bemerkte ich vorort allerdings nicht. Erst beim Durchsehen am Rechner daheim stellte fest, dass ich zwei Protagonisten in diesem Bild eingefangen hatte. Wie eine Drohne schwebt die Libelle über dem Nager.

600mm, f/6.3, 1/1600s, ISO1000
Bis morgen!

Mittwoch, 2. September 2015

Auf du und du mit dem Siebenschläfer

Bereits vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich über den Siebenschläfer in der Urlaubsituation berichtet und nun sollte es in diesem Jahr zu einer Wiederbegegnung kommen. Wie im letzten Jahr sollte sich alles auf wenigen Quadratmetern eines Schuppens abspielen. Ich verzichtete dieses Jahr völlig auf zusätzliche Lichtquellen und arbeitete nur mit dem Licht, welches durch die installierten Lampen erzeugt wurde und was teilweise durch die geöffnete Tür hinein kam. Hierdurch wollte ich eine möglichst atmosphärische Stimmung festhalten und die vorhandene Situation möglichst gut wiedergeben. Auch wenn es im ersten Moment nicht einfach erscheint in einem kleinen Raum, in dem man schon intensiv fotografiert hat noch einmal neue Bilder zu machen, so denke ich, dass dies durchaus geklappt hat. Es war eine Herausforderung, da ich andere Bilder machen wollte und nicht nur die letztjährigen wiederholen. Da sich im Schuppen selbst kaum etwas verändert hat, ist aber ein gewisser Wiedererkennungswert nicht zu verleugnen.

24mm, f/4, 1/80s, ISO3200
50mm, f/2.2, 1/30s, ISO1600
50mm, f/1.8, 1/25s, ISO1600
50mm, f/2.2, 1/40s, ISO1600
150mm, f/2.8, 1/800s, ISO3200
Wenn es nachts in den Bäumen unheimlich knackte, knirschte und quietschte und man manchmal auch einen Siebenschläfer im Mond- oder Taschenlampenlicht erahnen konnte, war ein guter Zeitpunkt im Schuppen nachzuschauen ob ich ein Tier entdecken konnte. Anders als im letzten Jahr, als es durchaus auch Aktivität von den Tieren am Tag gab, waren dieses Jahr meist nur früh und abends Siebenschläfer im Schuppen zu sehen. Ich spreche im Plural, da diesmal mindestens zwei Individuen im Schuppen zu finden waren. Leider kann ich nicht sagen ob es sich eher um zwei Rivalen des attraktiven Verstecks handelte oder doch um zwei verwandte Tiere. Auf jeden Fall gab es hin und wieder wilde Verfolgungsjagden kreuz und quer durch den Schuppen.

20mm, f/3.5, 1/80s, ISO3200
85mm, f/1.8, 1/40s, ISO3200
24mm, f/4, 1/80s, ISO1600
150mm, f/2.8, 1/40s, ISO1600

Wie auch schon im letzten Jahr versuchte ich mich möglichst zurückhaltend im Verschlag aufzuhalten um die Tiere so wenig wie möglich von ihrer normalen Aktivität zu stören. Aber natürlich bemerkten mich die Tiere bereits mit dem ersten Schritt in den Schuppen, ließen sich aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit weder von mir, noch vom Auslösegeräusch der Kamera stören. Spätestens nachdem die Tiere sich begannen vor der Kamera zu putzen, war klar, dass ich nicht als Problem von den Tieren wahrgenommen wurde.

24mm, f/4, 1/40s, ISO3200
50mm, f/1.8, 1/30s, ISO1600
18mm, f/3.5, 1/80s, ISO3200

Ich arbeitete diesmal mit zwei Kameras, bzw. versuchte ich dies. Neben meiner Nikon D800 in der Hand setze ich noch eine kleine Sony alpha 5000 ein, welche ich mit einem Tablet per WLAN fernsteuern und auslösen lassen kann. Eine interessante Idee, die sich jedoch unter den schlechten Lichtverhältnissen nur mäßig umsetzen lies. Zumal die Tiere dann nicht die erwarteten Wege liefen und man nur angeschnittene oder unscharfe Tiere im Bild hatte. Nichtsdestotrotz eine spannende Möglichkeit insbesondere für zukünftige Projekte.

50mm, f/2.2, 1/125s, ISO1600
30mm (45mm KB), f/2.8, 1/60s, ISO2000
18mm, f/3.5, 1/125s, ISO3200
Im ersten Blogeintrag über den Siebenschläfer hatte ich bereits einige Fakten zu dem Bilch gesammelt und möchte dem hier auch nichts mehr hinzufügen. Es war wieder einmal faszinierend eine heimische Säugetierart so nah und intensiv erleben zu können. Mit den diesjährigen Bildern versuchte ich die letztjährigen zu ergänzen und mit anderen Brennweiten und Bildschnitten zu arbeiten. Ich denke, dass die 2015er Bilder einen gute Ergänzung zu den letztjährigen darstellen.