Samstag, 3. Dezember 2016

Adventskalender 03/12

Das Naturfotografie eigentlich überall möglich ist, zeigt sich mir immer wieder aufs Neue. Selbst auf dem eigenen Balkon oder Terrasse. Ob es nun die heimischen Singvögel sind, die sich am Futterhäuschen bedienen oder die Zebraspringspinne, die an der Hauswand ihr Opfer findet. Mit einem offenen Auge gibt es immer ein Menge zu entdecken. Das heutige Bild zeigt eine wenige Minuten alte Baumwanzenbrut die sich in ihrer ersten Lebensphase nach dem Schlupf aus den Eiern gemeinsam aufhalten. Die transparenten Eihüllen sind noch auf dem Blatt zu sehen.

150mm, 1/8s, f/16, ISO200
Bis Morgen!

Freitag, 2. Dezember 2016

Adventskalender 02/24

Hinter dem zweiten Türchen verbürgt sich ein Teekesselchen. Zu sehen ist ein Katzenpfötchen genauer gesagt das Gemeine Katzenpfötchen (Antennaria dioica) eine kleine eher unauffällige Art, die allerdings beim genaueren Hinsehen durchaus attraktiv ist. Es handelt sich um einen Korbblütler mit getrenntgeschlechlichen Blüten. Auf dem Foto ist eine Pflanze mit einem Körbchen aus weiblichen Blüten zu sehen. Die Art ist kalkmeidend und besonders auf Silikatmagerrasen oder lichten Kiefernwäldern zu finden. Wir entdeckten viele Pflanzen dieser gefährdeten Art auf einer schönen Exkursion mit Freunden im Oberfränkischen.

150mm, f/3.2, 1/800s, ISO100
Bis Morgen!

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Adventskalender 01/24

In diesem Jahr hätte es beinahe nicht geklappt mit dem Adventskalender. Irgendwie war immer zu wenig Zeit zum Fotografieren und daher habe ich auch deutlich weniger Bilder geknipst als in den letzten Jahren. Nichtsdestotrotz war ich natürlich nicht komplett inaktiv und daher reicht es doch für eine bunte Mischung an verschiedenen Aufnahmen, die ich in diesem Jahr produziert habe, zu zeigen. 
Beginnen möchte ich mit einem etwas polarisierendem Bild. Hinter dem ersten Türchen verbirgt sich ein Foto welches ein Waldgrillenmännchen in seinem Lebensraum zeigt. Die Tiere sind typische Bewohner von Laubwäldern und benötigen die Laubschicht am Boden, welches ihr Habitat darstellt. In Mitteleuropa ist die Art wohl eines der häufigsten Insekten unserer Wälder. An für sich nichts Spektakuläres, wäre da nicht das Equipment mit dem das Bild entstand. Es passt in fast jede Hosentasche und man kann damit telefonieren. Mit meinem neuen Telefon. Ungeachtet der Marke kann man sehr gut sehen, dass die aktuellen Premiummodelle der Mobiltelefonhersteller hervorragende Fototechnik verbauen. Hinzu kommt die Möglichkeit die Bilder in RAW aufzunehmen. Ich glaube zwar nicht, dass hierdurch größere Kameras ersetzt werden könnten, jedoch ermöglichen die kleinen Gerätschaften neue Einsatzmöglichkeiten und erlauben bestimmte Fotosituationen auch spontan in einer hohen Qualität festzuhalten.
 
iPhone 7
Bis morgen!

Samstag, 1. Oktober 2016

Stippvisite im Wallis 2/2 - die Tierwelt und der ganze Rest

In einem Sammelsurium möchte ich euch die restlichen Bilder unseres Wallis-Ausflugs zeigen. Die Pflanzenwelt und den Hochalpen-Apollo stellte ich euch ja bereits in vorangegangenen Blogpost vor, nun ist die restliche Tierwelt dran und noch ein paar Detail und Landschaftsaufnahmen. Schwerpunkt bei den verbleibenden Bildern liegt auf den Faltern, die in ihrer Quantität (Abundanz) sowie in ihrer Qualität (alpha-Diversität) absolut beeindruckten. Viele, in den heimischen Gefilden hoch seltene Arten trafen wie in großen Mengen an. Aber natürlich gab es auch bei der restlichen Tierwelt viel zu entdecken. Wir fanden einige attraktive Arten, wie z.B. den Achtpunktigen Kiefernprachtkäfer mit seinen tollen Farben oder so eindrückliche Arten wie die Sibirische Keulenschrecke mit ihren verdickten Vorderschienen. Auch versuchte ich mich an meiner ersten Milchstraßenaufnahme, die dank Joachims Hilfe ganz ok wurde. Nun genug der Worte und viel Spaß beim Anschauen der Bilder!

Achtpunktige Kiefernprachtkäfer (Buprestis octoguttata)
150mm, f/4, 1/50s, ISO400
Weißdolch-Bläuling (Polyommatus damon) und eine unbestimmte Fliege
150mm, f/3.5, 1/100s, ISO250
Weibchen einer Sibirischen Keulenschrecke (Gomphocerus sibiricus)
150mm, f/4, 1/640s, ISO400
Männchen einer Sibirischen Keulenschrecke (Gomphocerus sibiricus)
150mm, f/8, 1/125s, ISO800
Ginster-Bläuling (Plebeius idas)
150mm, f/4, 1/800s, ISO400
Panorama aus 44 Aufnahmen
44x85mm, f/4, 1/1000s, ISO100
Wasser
300mm, f/20, 1/20s, ISO50
Gletscherdetail
300mm, f/8, 1/400s, ISO200
Gletscherdetail
300mm, f/8, 1/1600s, ISO200
Alpenmurmeltier (Marmota marmota)
420mm, f/5.6, 1/800s, ISO200
"Vielgestaltiger Ölkäfer" (Hycleus polymorphus)
150mm, f/5.6, 1/50s, ISO800
Männchen einer Schlichten Raubfliege (Machimus rusticus)
150mm, f/4, 1/200s, ISO800
Puppenhülle, wahrscheinlich von einem Roten Scheckenfalter (Melitaea didyma)
mein erster Versuch eines Milchstraßenfotos
18mm, f/4, 25s, ISO3200
Hochmoor-Bläuling (Plebeius optilete)
150mm, f/4, 1/500s, ISO400
35mm, f/8, 1/200s, ISO400
Weißdolch-Bläuling (Polyommatus damon)
150mm, f/3.5, 1/250s, ISO400

300mm, f/8, 1/250s, ISO400
Dukatenfalter-Männchen (Lycaena virgaureae)
150mm, f/8, 1/250s, ISO800

Freitag, 9. September 2016

Stippvisite im Wallis 1/2 - die Pflanzenwelt

Die Alpen sind ja in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, die Pflanzenwelt zählt mit Sicherheit dazu. Ich würde mich zwar nie als Botaniker bezeichnen, aber wenn man mit so vielen neuen Arten konfrontiert wird, kommt man schon leicht ins Schwärmen und fotografiert dabei die ein oder andere Pflanze. Daher möchte ich meinen Wallis-Exkursions-Blogpost in zwei Teile trennen. Eigentlich sogar in drei Teile, denn es gab ja schon einen Wallis-Beitrag, der drehte sich aber spezifisch um den Hochalpen-Apollo.
Besonders beeindruckt habe mich die Bergwiesen, ihre Vielfältigkeit und wechselnde Biodiversität ist unfassbar. Man stelle sich vor, dass Wiesen in den tieferen Lagen auch mal so aussahen und eine solche Vielfalt beherbergt haben. Wir waren Ende Juli im Wallis unterwegs und hatten dieses Jahr Glück, weil die Vegetation doch etwas später dran war als sonst und noch viele Arten in voller Blüte standen. Da ich ja, wie schon geschrieben, botanisch eher unbedarft bin erfreute ich mich auch an den häufigeren Arten und war besonders von der Bärtigen Glockenblume (Campanula barbata) überwältigt. Das zarte blau und die filigrane Anmutung machten diese Pflanzen immer zu einem Hingucker. Was für eine ästhetische Anmutung! Wir sahen viele verschiedene Pflanzen von denen ich nur ein paar fotografierte und davon wiederum möchte ich euch einen Teil zeigen. Im nächsten Beitrag geht es dann primär mit Tieren aber auch dem ganzen anderen "Fotorest" weiter.

Bärtige Glockenblume (Campanula barbata)
85mm, f/2.2, 1/2000s, ISO400
Gewöhnliche Alpenmargerite (Leucanthemopsis alpina)
300mm, f/8, 1/50s, ISO200
Hallers Greiskraut (Senecio halleri)
18mm, f/8, 1/500s, ISO100


Stängellose Leimkraut (Silene acaulis)
18mm, f/3.5, 1/160s, ISO200
Himmelsherold (Eritrichium nanum)
18mm, f/3.5, 1/500s, ISO200
Ausgeschnittene Glockenblume (Campanula excisa)
150mm, f/4, 1/250s, ISO100
Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum)
150mm, f/3.2, 1/400s, ISO100
Bärtige Glockenblume (Campanula barbata)
150mm, f/3.5, 1/125s, ISO250

Gewöhnliches Kohlröschen (Nigritella nigra subsp. rhellicani)
150mm, f/3.2, 1/500s, ISO400

Bärtige Glockenblume (Campanula barbata)
150mm, f/10, 1/40s, ISO400
verschiedene Flechtenarten auf Lärche
300mm, f/4, 1/160s, ISO800

Türkenbund (Lilium martagon)
300mm, f/4, 1/160s, ISO800
verschiedene Flechtenarten auf Lärche
18mm, f/8, 1/400s, ISO800

Mittwoch, 24. August 2016

Der Hochalpen-Apollo

Eigentlich wollte ich in meinem nächsten Blogpost mal was zum Roten Apollo schreiben, aber ich kam in den letzten Wochen nicht dazu. In der Zwischenzeit war ich dann im Urlaub u.a. auch im Wallis. Dort klappte es dann, dass ich die nah verwandte Schwesterart es Roten Apollos fotografieren konnte, den Hochalpen-Apollo (Parnassius phoebus). Daher ziehe ich mal diesen Beitrag vor. Ein gesonderter Post zum Wallis wird auch noch folgen!

Hochalpen-Apollo während einer Regenpause mit dem Mont Collon im Hintergrund
20mm, f/8, 1/400s, ISO400
Einmal mehr war es Gregor, der Joachim und mir im Wallis den Lebensraum der eindrucksvollen Tiere zeigte. Meinen ersten Kontakt mit der Art hatte ich bereits vor vielen Jahren in den italienischen Seealpen. Leider gelangen mir damals keine Bilder da die Tiere äußerst nervös entlang eines steilen Bachs auf und ab flogen. So in etwa sollte es auch im Wallis sein, bis es relativ plötzlich anfing zu regnen. 
Bei viel zu viel Sonne kamen wir im Lebensraum der Gebirgsart an und konnten einige Tiere, meist aus größerer Entfernung beobachten. Sogar eine Eiablage beobachteten wir und Gregor fand nachher auch das abgelegte Ei. Nur ein vernünftiges Foto des Falters gelang nicht.

erstes Sichtung und das für Stunden einzige Foto der Art
150mm, f/3.5, 1/3200s, ISO250
ein frisch abgelegtes Hochalpen-Apollo-Ei ganz in der Nähe der Raupenfutterpflanze.
150mm, f/8, 1/250s, ISO800
Lebensraum des Falters inkl. der Raupenfutterpflanze des Fetthennen-Steinbrechs (Saxifraga aizoides) (gelb blühend)
150mm, f/4, 1/1600s, ISO800
Nach einer Weile gingen wir weiter. Mussten aber einige Stunden später aufgrund eines ziemlich schnellen Wetterumschwungs und immer stärker werdendem Regen wieder umkehren. Als wir erneut am Habitat des Alpenapollos vorbeikamen hörte es mit regnen auf und wir suchten nach ruhenden Tieren. Nachdem wir es schon fast aufgegeben hatten, rief Gregor "Ich hab einen!". Und tatsächlich da saß er, nun wo man es wusste, sah man ihn bereits aus einigen Metern Entfernung. 

Gefunden! ein ruhendes Exemplar.
Die Art ist in Europa nur oberhalb der Baumgrenze in den Alpen zu finden. Die Falter sind meist entlang von Gebirgsbächen und überschwemmten Wiesen anzutreffen. Hier findet er auch seine Raupenfutterpflanze den Fetthennen-Steinbrech (Saxifraga aizoides). Der Hochalpen-Apollo und der Rote Apollo sind eng verwandt und fliegen nur selten in den gleichen Höhenlagen. Der Rote Apollo ist eher in der tieferen Lagen zu finden. Im Gegensatz zum Roten Apollo hat der Hochalpen Apollo deutlich schwarz-weiß geringelte Fühler und meist auch auf den Vorderflügeln rote Flecken.


gut versteckt im Gras
150mm, f/3.2, 1/200s, ISO400
150mm, f/3.2, 1/500s, ISO400

Montag, 1. August 2016

Siebenschläferartikel in der NaturFoto

In der letzten Naturfoto (Juli 2016) ist ein Artikel von mir erschienen. Für den aufmerksamen Leser des Blogs stellt der Artikel wenig neues dar, da ich hier bereits zwei Post dazu veröffentlicht habe (Siebenschläfer in der Urlaubssituation, Auf du und du mit dem Siebenschläfer). Seine Bilder in einer gedruckten Zeitung zu sehen, ist aber doch immer wieder schön.
Der Verlag hat mir das pdf des Artikels zur Verfügung gestellt und ermöglicht, dass ich diesen hier zeitversetzt veröffentlichen kann. Viel Spaß beim Reinschauen...

Seite 1+2

Seite 3+4

Seite 5+6

Samstag, 9. Juli 2016

Geburtshilfe

Die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) ist wohl die spannenste der heimischen Amphibien, gleichwohl kennen viele diese Art nur aus Büchern, da sie in Deutschland nur selten anzutreffen und in ihren mitteleuropäischen Refugien äußerst gefährdet ist.  Bedanken möchte ich mich bei Klemens, der es mir erstmalig ermöglichte, die Tiere zu Gesicht zu bekommen.
Obskur, sonderbar, ungewöhnlich, besonders - das ist die Assoziation die einem zu der Biologie dieser Art einfällt, tragen doch die Männchen den Laich von ein bis zwei Weibchen um die Hinterbeine gewickelt bis zum Schlupf der Kaulquappen mit sich rum.
150mm, f/8, 1/5s, ISO200
Die Verbreitung der Art beschränkt sich auf Westeuropa und westliche Teile Mitteleuropas. Sie ist in beinah ganz Frankreich verbreitet, in großen Teilen Spaniens und teilweise in der Schweiz, Belgien und der Niederlande zu finden. In Deutschland ist die Verbreitung sehr regional und beschränkt sich auf West- und das westliche Mitteldeutschland. Außerdem gibt es noch Vorkommen in Südbaden. In Südwesteuropa gibt es noch weitere Arten und eine in Nordafrika. Je nach Systematik sind es fünf bis acht Geburtshelferkrötenarten.
Verbreitung der Geburtshelferkröte in der EU25
150mm, f/5, 1/3s, ISO200
Ursprünglich war die Geburtshelferkröte vermutlich vor allem in den Überschwemmungsflächen der Auen zu finden. Da dieser Primärlebensraum heute in Deutschland weitestgehend fehlt, musste die Art auf Ersatzlebensräume ausweichen. Das sind vorallem Abbaugebiete, militärischen Übungsplätzen, Bahndämmen, Gärten und ähnliches. Entscheidend ist dabei das nutzbare Angebot an Tagesverstecken, die in Siedlungen etwa durch Trockenmauern, Steinhaufen oder Holzstapel gegeben ist, die Tiere nutzen ansonsten Verstecke unter Steinen, Erdlöchern oder graben sich in lockererem Sediment ihren Unterschlupf selbst. Bei der Wahl des Kaulquappengewässers sind die Tiere eher anspruchslos, jedoch stellt der Besatz von Fischen häufig ein Problem dar. 
Luftloch deutet auf das Tagesversteck hin
Der leise Ruf wird auch als Glockenklang bezeichnet und kann von beiden Geschlechtern  erzeugt werden. Mit Einbruch der Dämmerung beginnen die Tiere mit dem einsilbigen Rufen.
Die Biologie mutet eher wie von einem seltenen tropischen Frosch an, als von einem heimischen Amphib. Dabei scheinen die Geburtshelferkröten einer basale Gruppe in der Stammesgeschichte der Amphibien anzugehören und werden u.a. mit den Unken zu den "Urfröschen" subsummiert. Dennoch ist die Fortpflanzungsbiologie der Art überaus spezialisiert und in dieser Art wohl auch einzigartig. Die Paarung findet an Land statt. Nach der Befruchtung des Laichs übernimmt das Männchen die Laichschnüre. Diese spannt bzw. umwickelt er an seinen Hinterbeinen. 
Die Kaulquappen können recht groß werden (bis zu 9 cm) und überwintern teilweise vor der Metamorphose im Gewässer.
150mm, f/8, 1/20s, ISO500
150mm, f/8, 1/13s, ISO500
Die Geburtshelferkröte ist vor allem durch Lebensraumverluste und Verinselung der Einzelvorkommen gefährdet. Insbesondere die Zerstörung bzw. Verlandung der Kaulquappengewässer und auch das Einsetzen von Fischen in bislang fischfreien Gewässern stellt ein existentielles Problem dar. Aber auch die Verbuschung der Landlebensräume sowie der Verlust von Lebensraumelementen wie Lesensteinhaufen, Trockenmauern oder Rohbodenstandorten tragen zur Gefährdung der Art bei. In Deutschland wird das Amphib auf der Roten Liste als gefährdet geführt.
Weibchen
150mm, f/8, 1/2s, ISO200