Samstag, 20. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 20/24

Ein Teekesselchen oder Homonym ist ein Wort mit mehreren Bedeutungen und genau so etwas ist im heutigen Teil des Adventskalenders zu finden. Nämlich ein Sägebock und ihr könnt es euch schon denken, dass es nicht um das Gestell zum Sägen geht, sondern um eines unser größten heimischen Insekten.
Den Namen verdankt die  bis zu 4,5 cm große Bockkäferart den Männchen, die sehr kräftige und gesägte Fühler besitzen. Die dämmerungs- und nachtaktiven Käfer sind im Hoch- bis Spätsommer zu finden. Ihre Larven fressen im Totholz unterschiedlicher Laub- aber auch Nadelbäume. Die Tiere sind verbreitet und nicht selten anzutreffen. Ich konnte die Art diesen Sommer mehrfach finden und versuchte mich auch an Fotos mit den Tieren. Ein Ergebnis seht ihr hier. Als das Foto entstand war es schon recht duster, aber da das fotografierte Exemplar eine Weile ausharrte, waren längere Belichtungszeiten möglich.

150mm, f/13, 6s, ISO100
Bis morgen!

Freitag, 19. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 19/24

Im 19. Teil des Adventskalenders gibts wieder einmal eine Rückschau auf einen Blogartikel von diesem Jahr. Genauer gesagt dem dritten Teil einer kleinen Serie, somit verweist dieses Bild nicht nur auf einen Blogpost sondern gleich auf drei. Der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist die größte heimische Orchideenart und gleichzeitig eine der hübschesten. Die Möglichkeiten die Pflanze auf unterschiedlichste Weise im Bild einzufangen fasziniert und wird mich sicher auch in den nächsten Jahren umtriebig halten.

300mm, f/4, 1/15s, ISO200
Bis morgen!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 18/24

Das 18. Türchen hält eine Aufnahme bereit, die eine ganz andere Seite der Naturfotografie zeigt. Natur in der Stadt das passt häufig nicht gut zusammen, aber dann gibt es doch immer wieder Beispiele dafür, dass es doch einige Arten geschafft haben in der dichtbesiedelten menschlichen Umgebung  klar zu kommen. Insbesondere alte Parks und Friedhöfe stellen Inseln in Städten dar, in denen viele Tiere, Pflanzen und Pilze zu finden sind.
Das gezeigte Bild ist meine Interpretation von animal street photography. Mir gefiel die Kombination von dem Eichhörnchen welches auf einer lichterfassten Stelle des Waldbodens entlanglief und den alten Grabsteinen.  

300mm, f/4, 1/320s, ISO800
Bis morgen!

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 17/24

Heute hat sich ein Tintenfleck-Weißling (Leptidea sinapis agg.) im Adventskalender versteckt. Diese kleinste heimische Weißlingsart hat eine Flügelspannweite von gerade mal 2cm und ist somit schon durch die geringe Größe recht unauffällig. In den letzten Jahren erkannte man, dass sich hinter der unscheinbaren Art drei Arten verstecken. Zwei Arten lassen sich anhand der Geschlechtsorgane auseinander halten (L. sinapis und L. reali) und die dritte Art (L. juvernica) ist allein durch genetische Analysen von L. sinapis zu trennen. Man sieht also, dass nicht nur in den Tropen unbekannte Diversität vorhanden ist, sondern auch bei einer scheinbar so gut untersuchten Gruppe wie den Tagfaltern Mitteleuropas werden noch neue Arten gefunden.
Das gezeigte Bild entstand an einem schönen Morgen, der Falter saß exponiert an einem erhöhten abgeblühten Grashalm. Die Gesamtkomposition des Falters mit dem eingedrehten Gras erinnerte mich irgendwie an einen Notenschlüssel. 

150mm, f/8, 1/100s, ISO200
Bis morgen!

Dienstag, 16. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 16/24

Hinter dem 16. Türchen versteckt sich ein Bild welches bei einer zufälligen Begegnung entstand. Als Biologe kennt man ja viele Tiere und Pflanzen. Viele von ihnen sind kryptisch und fallen den meisten Menschen nicht ins Auge, auch wenn sie genau vor ihnen stehen. So ist es etwa bei artenreichen Gruppen wie den Käfern (alles Mistkäfer), Fliegen (alles Stubenfliegen) oder auch Hautflüglern (alles Wespen). Zu den Hautflüglern gehören Wespen und Bienen, das ist umgangssprachlich und sehr ungenau, dazu kann man zig Familien mit einer Vielzahl von Arten zählen. Aber unter den Hautflüglern gibt es auch Familien, die überhaupt nicht wie Wespen aussehen. Allen voran sind da natürlich die Ameisen zu nennen, aber es gibt auch unbekanntere, wie etwa die Spinnenameisen (Mutillidae), die auch Ameisenwespen genannt werden. Das sind Hautflügler, bei denen nur die Männchen Flügel besitzen und die meisten Arten parasitieren an den Larven anderer Insekten. Ansonsten weiß man über die Biologie nur sehr wenig. In Deutschland gibt es neun Arten. Mit Ameisen haben die übrigens gar nichts zu tun. 
Und genau so eine (Mutilla europaea cf.) fand ich durch Zufall auf einem sandigen Weg. Mir fiel auf, das zwischen den vielen Ameisen die dort unterwegs waren sich eine doch etwas anders bewegte. Schnell schaute ich mir das Tier, was es recht eilig hatte, genauer an. Tatsache eine Spinnenameise, "die hast du ja schon seit Jahren nicht mehr gesehen", dachte ich. Holte so schnell es ging meine Kamera hervor und versuchte das gesehene Verhalten im Foto festzuhalten. In einem absolut miserablem Licht versuchte ich mein Glück und kurz darauf war das Tier, was eher nachtaktiv ist, auch unter einem großen Sandstein verschwunden.   

150mm, f/13, 1/40s, ISO100
Bis morgen!

Montag, 15. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 15/24

Ein weiteres Landschaftsbild verbirgt sich hinter dem 15.Türchen. Genauer gesagt ein alpines Herbstbild, welches sich durch die fantastische Mischung aus Farben der Strauchvegetation auszeichnet. Nicht nur die Blätter, wie im niedriger gelegenen Teil Mitteleuropas liefern hier die Farben des Herbstes, sondern auch die Blüten und Früchte. Ein wunderschönes Farbenmeer welches nicht ganz einfach einzufangen ist. Durch die tiefe Aufnahmeposition wollte ich die Nebelstimmung mit in dem Herbstbild integrieren. 

14mm, f/8, 1/160s, ISO400
Bis morgen!

Sonntag, 14. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 14/24

Hinter dem heutigen Türchen versteckt sich ein mystisch anmutendes Tier, ein Federgeistchen (Pterophorus pentadactylus). Ein kleiner im ersten Moment unauffällig anmutender Nachtfalter der im zweiten Hinsehen wunderhübsch  ist und sehr ungewöhnliche Merkmale zeigt. Die gezeigte Art kann ihre Flügel nicht an den Körper anlegen wie man es eigentlich von den meisten Nachtfaltern kennt. Außerdem sind die Flügel beidseitig in fünf Äste umgebildet, die jeweils mit langen Borsten besetzt sind, ähnlich wie bei einer Feder. Die Art hat eine Flügelspannweite etwas über einen Zentimeter und ihre Larve frisst an Heckenkirschen. Eine Gruppe von Faltern die mich schon im Studium faszinierte und ich nun erstmalig so umsetzen konnte wie ich es mir schon länger vorgestellt hatte.

150mm, f/5, 1/40s, ISO200
Bis morgen!

Samstag, 13. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 13/24

Der Wiesen-Bocksbart als typische Art extensiver Wiesen ist heute im Adventskalender versteckt. Es gibt Motive die man kennt und gern ebenfalls fotografieren möchte. Im Idealfall schafft man es dann vielleicht auch noch eine eigene Idee ins Foto zu bringen und so ein neue Bildidee entstehen zu lassen. Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis agg.) gehört eindeutig zu dieser Art Motive, x-mal fotografiert, aber trotzdem nicht langweilig. Die riesigen Fruchtstände sind wunderschön, detailreich und inspirierend. So machte ich mich in diesem Sommer auch an das Motiv, dabei entstanden zwar keine neuartigen Bilder, trotzdem war ich nicht unzufrieden und entdeckte das Potential dieses wunderbaren Motivs.

150mm, f/2.8, 1/320s, ISO100

Bis morgen!

Freitag, 12. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 12/24

Heute im Adventskalender gibts wieder ein Bild zu sehen, dass zum Türchen des Vortages einen starken Bezug hat. Es wurde nämlich keine 200m entfernt und nur wenige Stunden später gemacht. Das Bild entstand höchst zufällig und war gleichzeitig ein echter Glückstreffer. Eigentlich wollte ich Rote Apollos fotografieren. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und der starken Sommersonne waren diese bereits sehr aktiv und flogen schnell auf. Also probierte ich die Tiere im Flug mit dem Tele zu erwischen. Eine schwierige Herausforderung, die ich leider nicht ansprechend umsetzen konnte. 
Ich war also mit gezückter Kamera und Tele in der Hand unterwegs. Als ich plötzlich einen Eichelhäher (Garrulus glandarius) am Waldrand bemerkte, der recht nah vor mir zu einem Gebüsch auf der anderen Seite des Weges fliegen wollte. Mit einem schnellen Blick durch den Sucher und einem hervorragend arbeitenden Autofokus konnte ich die Bewegung des Vogels mit einigen Fotos einfangen. Das gezeigte Bild ist das schönste der Serie. Das Gegenlicht, welches die Flügel durchleuchtet, rundet das Ergebnis ab. So entstand mein bestes Bild des Tages. 

300mm, f/4, 1/3200s, ISO800
Bis morgen!

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 11/24

Weiter geht es im Adventskalender mit einer echten Rarität. Der Rote Apollo (Parnassius apollo) ist einer unser größten heimischen Schmetterlinge und bei uns außerhalb der Alpen fast nicht mehr zu finden. Einige wenige Ecken gibts in Deutschland noch, z.B. an der Mosel. In Süddeutschland gibt es in Bayern wenige Vorkommen und in Baden-Württemberg eigentlich nur noch ein  bzw. zwei natürliche. Sogar offizielle und auch inoffizielle Wiederansiedlungen an verschiedenen Orten wurden mehr oder weniger erfolgreich durchgeführt. Die Art steht also im Fokus intensiver Naturschutzbemühungen. 
Ich konnte in diesem Jahr mit Benjamin eines der letzten autochthonen Vorkommen in Baden-Württemberg aufsuchen. Die Population liegt in einem Schutzgebiet und hier muss das Wegegebot unbedingt berücksichtigt werden. Die Bedingungen waren gut und wir fanden einige Tiere die nah an den Wegen saßen. Das kopulierende Pärchen hatte sich gemeinsam zur Nachtruhe begeben und ließ sich von mir in der morgendlichen Kühle nicht stören.

150mm, f/8, 1/1250s, ISO400
Bis morgen!