Freitag, 6. Februar 2015

In den Alpen Teil 3 - Das Alpenschneehuhn

Als ersten Post 2015 möchte ich nun den dritten und vorerst letzten Teil meiner "In den Alpen"-Reihe publizieren. Im ersten Teil ging es um Panoramen und im zweiten Teil um Steinböcke. Nun soll es um eine attraktive und sehr spannende Vogelart der Alpen gehen, dem Alpenschneehuhn.

vermutlich mein bestes Alpenschneehuhnbild aus dem letzten Jahr
420mm, f/8, 1/320s, ISO800
Im vorletzten Jahr als ich das erste mal im Berner Oberland unterwegs war, standen natürlich neben den Steinböcken auch Schneehühner als Wunschmotiv auf dem Programm. Die Tiere sind Meister was Tarnung aber auch Durchhaltevermögen angeht. So schaffen sie es durch ihr optimales Federkleid sowohl im Sommer als auch im Winter perfekt an die Umgebung angepasst zu sein. Sie trotzen dabei auch tiefsten Temperaturen. So ist das Alpenschneehuhn übrigens die einzige Vogelart welche sich ganzjährig in Spitzbergen aufhält. 
Von der optimalen Tarnung konnten wir uns bereits bei der ersten Exkursion ein gutes Bild machen, als wir in vielleicht zwei Metern Entfernung an fünf Tieren vorbei liefen und nichts wahrnahmen. Erst nachdem sie aufgeflogen waren, sahen und hörten wir sie. 2013 das Jahr in dem mir gute Steinbockfotos gelangen, wurde aus den Alpenschneehuhnbildern nichts. Nebel und eine zumeist große Fluchtdistanz ließen nichts vernünftiges zu.

Einziges auch nur annähert vernünftiges Alpenschneehuhnfoto von mir 2013
420mm, f/5.6, 1/640s, ISO1600

Im letzten Jahr sollten wir mehr Glück gehabt haben und konnten die Tiere deutlich besser fotografisch einfangen. Auch wenn der Anfang nicht ganz einfach war. 
Man sieht kein Tier und plötzlich in unmittelbarer Nähe laufen oder flattern die Tiere dann auf, um in einigen duzend Metern erneut Deckung zu suchen.

ein versuchter Mitzieher
300mm, f/8, 1/30s, ISO800
Selbst wenn man ziemlich nah dran ist sind die Tiere perfekt getarnt. Im ersten Moment sieht man ein bzw. zwei Tiere, tatsächlich befinden sich vier Tiere im Bild! 
300mm, f/8, 1/200s, ISO800
optimale Tarnung
300mm, f/4.5, 1/1250s, ISO800
und meistens guckt man den Tieren dann einfach nur hinterher :) 

Mit etwas Geduld und recht entspannten Tieren konnten wir dann doch das ein oder andere ansprechende Bild machen. Mein Favorit der Exkursion ist ganz oben zu sehen. Die Tiere tragen noch weitestgehend ihr Sommerkleid. Im Winder sind sie ja dann weitestgehend weiß. Das wäre natürlich auch mal ein schönes Motiv...

300mm, f/8, 1/80s, ISO800
420mm, f/8, 1/640s, ISO800
Alpenschneehühner (Lagopus muta) sollten besser Nordhalbkugelschneehuhn heißen, aber es sind ja viele deutsche Tier- und Pflanzennamen eher irreführend. In Mitteleuropa findet man diese Art aber in der Tat nur noch in den Alpen. So etwas nennt man Eiszeitrelikt und es bedeutet, dass die Tiere zur Eiszeit wesentlich weiter verbreitet waren. Nach dem die Bedingungen wieder wärmer wurden, konnten sich die Tiere nur noch auf kleine Standorte zurückziehen. In diesem Fall sind das die Alpen. Ansonsten ist das Alpenschneehuhn im Norden Eurasiens, Nordamerika und in Grönland verbreitet.
Sie gehören zu den Rauhfußhühnern so wie Auer-, Hasel- oder Birkhuhn. 

300mm, f/5.6, 1/2500s, ISO800
420mm, f/8, 1/640s, ISO800
Das Alpenschneehuhn lebt in den Alpen oberhalb der Baumgrenze in Flächen mit möglichst bewegtem Relief. Diese Vielzahl an Strukturen ist besonders im Winter wichtig. Als Nahrung dienen den Tieren unterschiedliche Pflanzen, von denen je nach Region und Jahreszeit Triebe, Blätter, Blüten oder Früchte gefressen werden. Die monogamen Tiere legen 6-10 Eier eine selbstgescharrte Mulde am Boden. Das Weibchen brütet dann die Eier, aus denen nach etwas mehr als 20 Tagen die Jüngen schlüpfen, die wiederum nach ca. einem Tag das Nest verlassen. 

300mm, f/4.5, 1/4000s, ISO400
300mm, f/5.6, 1/3200s, ISO400
Aber natürlich sind das nicht die einzigen Vögel in den Alpen, Es gibt dort viele weitere hochspezialisierte und an die Bedingungen angepasste Arten.

Alpenbraunelle (Prunella collaris)
300mm, f/5.6, 1/400s, ISO800
Alpendohle (Pyrrhocorax graculus)
300mm, f/4, 1/400s, ISO200

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 24/24

Heute ist Weihnachten und damit endet der Adventskalender bzw. das Jahresphotoresümee mit dem 24.Teil. Hier möchte ich noch einmal eines meiner Lieblingsmotive in diesem Jahr zeigen. Mit diesem Siebenschläfer verbrachte ich so einige Stunden. Das machte wirklich großen Spaß, stellte aber gleichzeitig auch eine große Herausforderung dar, das Tier in  und mit seiner menschlichen Behausung zu fotografieren. In einem umfänglichen Blopost schrieb ich bereits darüber: Siebenschläfer in der Urlaubssituation.

14mm, 1/125s, f/5.6, ISO800
Ich wünsche allen eine besinnliche Zeit und einen maximal guten Start ins neue Jahr. Außerdem möchte ich mich bei allen die in den Adventskalender reingeschaut haben bedanken und hoffe, dass ich das Interesse an meinem Blog wecken konnte und würde mich freuen, wenn ihr regelmäßig wieder reinschaut. 

Dienstag, 23. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 23/24

Im vorletzten Teil des Adventskalenders gibt einen Käfer zu sehen. Genauer gesagt einen Laufkäfer der Gattung Amara. Eine spannende Gruppe, da die meisten Vertreter anders als der Großteil der anderen Laufkäfer reine Vegetarier sind. Sie fressen Samen und Wurzeln. Ich hatte in meinem zweiten Blogeintrag vor Ewigkeiten mal was zu den Käfern geschrieben. Das Bild entstand an einem schönen Morgen mit wenig Wind auf einer Wiese. Der Käfer schien an dem Grashalm geschlafen zu haben. Kurz nach dem Bild lief er den Grashalm hinunter. 
150mm, f/13, 1/100s, ISO400
Bis morgen!

Montag, 22. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 22/24

Im heutigen Teil des Adventskalenders gibt es ein echtes Plagiat zu sehen. Frech kopiert, da es mir auf der Kamera von Joachim so gut gefiel. Und das kam so:
Auf einer gemeinsamen Fototour lief ich gerade etwas uninspiriert durch die Gegend und schaute was die Anderen so fotografierten als ich Joachim sah, wie er an einer im ersten Moment komischen Stelle seit Minuten hinter der Kamera hockte. Er sah nicht unzufrieden aus. Grund genug mal einen Blick auf das Kameradisplay zu werfen. Die Bilder die er mir zeigte beeindruckten mich tatsächlich nachhaltig. So nachhaltig, dass ich eine halbe Stunde später, als ich noch mal an der Stelle vorbei ging, das Bild von der quasi selben Position ebenfalls probierte. So entstanden sehr ähnliche Bilder zu denen, die Joachim bereits vorher gestaltet hatte. Das gezeigte Bild ist somit durch sehr wenig kreative Eigenleistung entstanden. Trotzdem möchte ich das Bild zeigen, da es mir immer noch sehr gut gefällt und ich es nicht nur im Archiv versauern lassen wollte. Zeigen kann ich das Bild aber ehrlicherweise immer nur mit der kleinen Vorgeschichte!   

150mm, f/2.8, 1/5000s, ISO400
Bis morgen!

Sonntag, 21. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 21/24

Viele Fotos entstehen zufällig, häufig verpasst der Fotograf aber auch solche Möglichkeiten weil man entweder zu langsam, zu schnell, zu spät, zu zeitig oder schlicht am falschen Ort ist. Das Bild was sich hinter dem heutigen Türchen des Adventskalenders befindet, entstand in der Tat völlig zufällig und zum Glück hatte ich schnell eine Kamera bei der Hand. 
Zum Besuch bei Freunden die Schafe in ihrem Garten haben, pflückten die Kinder leckere Pflanzen die außerhalb des Zaunes für die Schafe unerreichbar waren und fütterten diese damit. Als plötzlich meine große Tochter rief "Papa, was ist das denn?". Zwischen dem Büschel Löwenzahn in ihrer Hand saß an einem Wiesen-Lieschgrashalm (Phleum pratense) ein Kleiner Weinschwärmer (Deilephila porcellus). Der eigentlich gar nicht so kleine Nachtfalter hat übrigens nichts mit Wein zu tun und ist, wie auch der Mittlere Weinschwärmer, keineswegs an Weinpflanzen schädlich. Erst mit dem Grashalm in der Hand fiel das scheinbar äußerst auffällig gefärbte Tier ins Auge, davor sind wir immer wieder direkt dran vorbei gelaufen. Nach ein paar Bildern setzte ich das Tier wieder in die Wiese zurück. 

150mm, f/8, 1/60s, ISO800
Bis morgen!

Samstag, 20. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 20/24

Ein Teekesselchen oder Homonym ist ein Wort mit mehreren Bedeutungen und genau so etwas ist im heutigen Teil des Adventskalenders zu finden. Nämlich ein Sägebock und ihr könnt es euch schon denken, dass es nicht um das Gestell zum Sägen geht, sondern um eines unser größten heimischen Insekten.
Den Namen verdankt die  bis zu 4,5 cm große Bockkäferart den Männchen, die sehr kräftige und gesägte Fühler besitzen. Die dämmerungs- und nachtaktiven Käfer sind im Hoch- bis Spätsommer zu finden. Ihre Larven fressen im Totholz unterschiedlicher Laub- aber auch Nadelbäume. Die Tiere sind verbreitet und nicht selten anzutreffen. Ich konnte die Art diesen Sommer mehrfach finden und versuchte mich auch an Fotos mit den Tieren. Ein Ergebnis seht ihr hier. Als das Foto entstand war es schon recht duster, aber da das fotografierte Exemplar eine Weile ausharrte, waren längere Belichtungszeiten möglich.

150mm, f/13, 6s, ISO100
Bis morgen!

Freitag, 19. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 19/24

Im 19. Teil des Adventskalenders gibts wieder einmal eine Rückschau auf einen Blogartikel von diesem Jahr. Genauer gesagt dem dritten Teil einer kleinen Serie, somit verweist dieses Bild nicht nur auf einen Blogpost sondern gleich auf drei. Der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist die größte heimische Orchideenart und gleichzeitig eine der hübschesten. Die Möglichkeiten die Pflanze auf unterschiedlichste Weise im Bild einzufangen fasziniert und wird mich sicher auch in den nächsten Jahren umtriebig halten.

300mm, f/4, 1/15s, ISO200
Bis morgen!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 18/24

Das 18. Türchen hält eine Aufnahme bereit, die eine ganz andere Seite der Naturfotografie zeigt. Natur in der Stadt das passt häufig nicht gut zusammen, aber dann gibt es doch immer wieder Beispiele dafür, dass es doch einige Arten geschafft haben in der dichtbesiedelten menschlichen Umgebung  klar zu kommen. Insbesondere alte Parks und Friedhöfe stellen Inseln in Städten dar, in denen viele Tiere, Pflanzen und Pilze zu finden sind.
Das gezeigte Bild ist meine Interpretation von animal street photography. Mir gefiel die Kombination von dem Eichhörnchen welches auf einer lichterfassten Stelle des Waldbodens entlanglief und den alten Grabsteinen.  

300mm, f/4, 1/320s, ISO800
Bis morgen!

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 17/24

Heute hat sich ein Tintenfleck-Weißling (Leptidea sinapis agg.) im Adventskalender versteckt. Diese kleinste heimische Weißlingsart hat eine Flügelspannweite von gerade mal 2cm und ist somit schon durch die geringe Größe recht unauffällig. In den letzten Jahren erkannte man, dass sich hinter der unscheinbaren Art drei Arten verstecken. Zwei Arten lassen sich anhand der Geschlechtsorgane auseinander halten (L. sinapis und L. reali) und die dritte Art (L. juvernica) ist allein durch genetische Analysen von L. sinapis zu trennen. Man sieht also, dass nicht nur in den Tropen unbekannte Diversität vorhanden ist, sondern auch bei einer scheinbar so gut untersuchten Gruppe wie den Tagfaltern Mitteleuropas werden noch neue Arten gefunden.
Das gezeigte Bild entstand an einem schönen Morgen, der Falter saß exponiert an einem erhöhten abgeblühten Grashalm. Die Gesamtkomposition des Falters mit dem eingedrehten Gras erinnerte mich irgendwie an einen Notenschlüssel. 

150mm, f/8, 1/100s, ISO200
Bis morgen!

Dienstag, 16. Dezember 2014

Jahresphotoresümee 2014 oder Adentskalender - 16/24

Hinter dem 16. Türchen versteckt sich ein Bild welches bei einer zufälligen Begegnung entstand. Als Biologe kennt man ja viele Tiere und Pflanzen. Viele von ihnen sind kryptisch und fallen den meisten Menschen nicht ins Auge, auch wenn sie genau vor ihnen stehen. So ist es etwa bei artenreichen Gruppen wie den Käfern (alles Mistkäfer), Fliegen (alles Stubenfliegen) oder auch Hautflüglern (alles Wespen). Zu den Hautflüglern gehören Wespen und Bienen, das ist umgangssprachlich und sehr ungenau, dazu kann man zig Familien mit einer Vielzahl von Arten zählen. Aber unter den Hautflüglern gibt es auch Familien, die überhaupt nicht wie Wespen aussehen. Allen voran sind da natürlich die Ameisen zu nennen, aber es gibt auch unbekanntere, wie etwa die Spinnenameisen (Mutillidae), die auch Ameisenwespen genannt werden. Das sind Hautflügler, bei denen nur die Männchen Flügel besitzen und die meisten Arten parasitieren an den Larven anderer Insekten. Ansonsten weiß man über die Biologie nur sehr wenig. In Deutschland gibt es neun Arten. Mit Ameisen haben die übrigens gar nichts zu tun. 
Und genau so eine (Mutilla europaea cf.) fand ich durch Zufall auf einem sandigen Weg. Mir fiel auf, das zwischen den vielen Ameisen die dort unterwegs waren sich eine doch etwas anders bewegte. Schnell schaute ich mir das Tier, was es recht eilig hatte, genauer an. Tatsache eine Spinnenameise, "die hast du ja schon seit Jahren nicht mehr gesehen", dachte ich. Holte so schnell es ging meine Kamera hervor und versuchte das gesehene Verhalten im Foto festzuhalten. In einem absolut miserablem Licht versuchte ich mein Glück und kurz darauf war das Tier, was eher nachtaktiv ist, auch unter einem großen Sandstein verschwunden.   

150mm, f/13, 1/40s, ISO100
Bis morgen!