Samstag, 19. Dezember 2015

Adventskalender 19/24

Zum 19. mal öffnet der diesjährige Adventskalender heute eine Tür. Diesmal habe ich ein Bild aus dem Herbst mitgebracht. Das diesjährige Pilzsammeljahr war schwierig, der Spätsommer und Frühherbst waren extrem trocken und kaum ein Pilz war zu finden. Wenn man überhaupt welche fand, dann waren sie bereits vertrocknet. Später regnete es dann doch und plötzlich explodierten die Fruchtkörper nur so aus dem Boden. Plötzlich fand man überall tolle Pilze, kurz darauf waren aber bereits viele verschimmelt. Schwierig eben. Trotzdem waren wir hin und wieder draußen, suchten und sammelten, so wie jedes Jahr, den ein oder anderen Pilz. Ein Highlight stellte sicherlich die Krause Glucke (Sparassis crispa) dar, die wir bei einem schönen Waldspaziergang fanden. Zwar war der Fruchtkörper nicht der Größte, aber an dem Pilz läuft man nicht so einfach vorbei. Also machte ich ein paar Fotos und dann nahmen wir ihn mit. Geschmacklich ist die Nadelholzart vielleicht unser bester Speisepilz!

24mm, f/5, 1/320s, ISO200
Bis morgen!

Freitag, 18. Dezember 2015

Adventskalender 18/24

Zum 18. Dezember finden sich heute gleich zwei Arten auf einem Bild wieder, die beide in Mitteleuropa typische Arten der offenen Kulturlandschaft sind. In ihren ökologischen Nischen unterscheiden sie sich deutlich, können allerdings, so wie man im Foto sieht, durchaus die gleichen Singwarten nutzen. Die Goldammer (Emberiza citrinella) ist bei uns immer noch eine häufige Art, die jedoch in den letzten Jahren in ihrem Bestand abnimmt. Beim Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) sieht das zum Glück anders aus, zwar ist die Art deutlich seltener, ihr Bestand nimmt aber in den letzten Jahren deutlich zu. Bei einer morgendlichen Exkursion durch das Pfrunger-Burgweiler-Ried konnten wir die beiden beobachten, wie sie mit ihrem sehr unterschiedlichen Gesang den Morgen verschönerten. 

600mm (900mm KB), f/8, 1/500s, ISO800

Bis morgen!

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Adventskalender 17/24

Die Große Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula) ist im heutigen 17. Teil des Adventskalenders zu finden. Bei dieser mediterranen Art scheint es sich um einen Gewinner des Klimawandels zu handeln. Die Art galt bis vor 20 Jahren als ausgestorben, dann wurde sie am Bodensee nachgewiesen. Danach breitete sich die Art mehr oder weniger stark aus und ist heute in Oberschwaben, am südlichen Oberrhein und in Rheinland-Pfalz zu finden. Die sich vegetarisch ernährende Langfühlerschrecke ist auf thermisch begünstiges und extensives Grünland angewiesen. In diesem Jahr konnte ich die attraktive Art, die ich bisher nur aus Büchern kannte, erstmalig fotografieren. Danke an Gregor für Zeigen!

150mm, f/3.5, 1/400s, ISO640
Bis morgen!

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Adventskalender 16/24

Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, ist ja ein zentrales Thema eines jeden Naturfotografen und genau darum soll sich der 16. Teil des Adventskalenders drehen. Insbesondere bei Insekten gibt es häufig enge Zeitfenster wann man die erwachsenen Tiere antrifft. Es geht aber noch wesentlich diffiziler, z.B. wenn man den Zeitpunkt abpassen möchte um bestimmte Libellenarten bei ihrer letzten Häutung zu beobachten. Dann sind es meist nur wenige Tage an denen man eine bestimmte Art beim Schlupf beobachten kann. Somit hatten wir schon ordentlich Glück als Joachim, Stefan und ich an einem Junimorgen im Schwarzwald duzenden Falkenlibellen (Cordulia aenea) beim Schlüpfen zuschauen konnten. Anfänglich fanden wir keine, dann eine, dann zwei und je mehr wir uns einschauten umso mehr sahen wir im hohen Gras und teilweise sogar auf Augenhöhe in den Bäumen. Auch wenn man schon vielen Libellen beim Schlupf zugesehen hat, ist es doch immer wieder ein Erlebnis die Tiere bei diesem heiklen Akt zu beobachten.

300mm, f/4.5, 1/80s, ISO200
Bis morgen!

Dienstag, 15. Dezember 2015

Adventskalender 15/24

Im 15. Teil des Adventskalenders bekommt ihr ein zufällig entstandenes Foto zu sehen. Am Ufer bei den Nutrias (Myocastor coypus) war Anfang November nur noch wenig weiteres tierisches zu sehen. Einige Enten tummelten sich ganz in der Nähe und gelegentlich flogen ein paar Zweiflügler durch die Gegend. Die Große Heidlibelle (Sympetrum striolatum) bemerkte ich vorort allerdings nicht. Erst beim Durchsehen am Rechner daheim stellte fest, dass ich zwei Protagonisten in diesem Bild eingefangen hatte. Wie eine Drohne schwebt die Libelle über dem Nager.

600mm, f/6.3, 1/1600s, ISO1000
Bis morgen!

Montag, 14. Dezember 2015

Adventskalender 14/24

Heute öffnet sich hier zum 14. mal ein Türchen des Adventskalenders und dahinten versteckt sich eine spannende und relativ unbekannte Art. Der Purpurreiher (Ardea purpurea) ist dem bekannten und häufigen Graureiher nicht unähnlich, jedoch ist er ungleich farbenfroher. Die 40-50 Brutpaare in Deutschland sind nur in Süddeutschland, schwerpunktmäßig am Oberrhein, zu finden. Die Tiere brüten meist in Kolonien in ausgedehnten Schilfbereichen. Das fotografierte Tier befindet sich gerade im Anflug auf das Nest. Trotz ihrer ausgeprägten Farben sind die Tiere in ihren Nestern mit der hohen Vegetation ringsherum sehr gut getarnt und daher auch eher schwierig zu fotografieren. Ich versuchte das Tier durch einen Mitzieher aus seiner Umgebung zu lösen.

500mm (750mm KB), f/13, 1/125s, ISO100
Bis morgen!

Sonntag, 13. Dezember 2015

Adventskalender 13/24

Hinter dem 13. Türchen des Adventskalenders versteckt sich heute, zum dritten Advent, etwas Besonderes und gleichzeitig äußerst Triviales. Das Besondere ist, dass ich heute kein Foto sondern ein Video zeige. Das Triviale ist, dass es sich bei den gefilmten Tieren um Buntspechte handelt. In der letzten Zeit versuche ich ja hin und wieder die Blogposts mit Videos zu ergänzen und zeige hier nun eine Fütterungsszene eines Buntspechts kurz bevor die Jungen die Höhle verlassen. Einen Tag später waren die Tiere nicht mehr da.
Die gesamte Szene die unter optimalen Bedingungen statt fand (Höhle auf 2m Höhe, gut zugänglich, nahe eines Weges, daher einigermaßen an Menschen gewöhnt) und mir von meinem Fotokumpel Stefan gezeigt wurde, freute mich doch sehr. Bisher hatte ich noch nie so vorzeigbare Buntspechtbilder gemacht, konnte die Art bequem beobachten und mich an den hübschen Tieren erfreuen. Und das auch noch unweit von meinem Wohnort! Die Naturfotografie vor der Haustür ist für mich einer der wichtigsten Bestandteile der Naturfotografie, schließlich soll sie doch die Schönheit der heimischen und schützenswerten Natur zeigen und nicht nur Tiere und Pflanzen in entfernten Ländern zu denen man wenig bis keinen Bezug hat.

Bis morgen!

Samstag, 12. Dezember 2015

Adventskalender 12/24

"Aus der Not eine Tugend machen". Mit dieser oder einer ähnlichen Einstellung sollte man als Naturfotograf eigentlich immer an fotografische Projekte herangehen, da es sehr viele Faktoren gibt, die sich nicht beeinflussen lassen bzw. vorher einfach nicht absehbar sind. Im zwölften Teil des Adventskalenders möchte ich euch deshalb ein Bild zeigen, welches beinahe im digitalen Papierkorb gelandet wäre. Im Tarnzelt, auf eine kleine Eule wartend, beobachteten Benjamin und ich wie in einiger Entfernung ein junger Grünspecht immer wieder in einem abgestorbenen Teil einer Obstbaumkrone rumturnte und hier mal pickte und da mal klopfte. Leider war das Licht bereits sehr hart und keiner dachte an ein vorzeigbares Foto. Wir knipsten das Tier in Ermangelung von anderen Motiven dann aber trotzdem. Daheim am Rechner zeigte sich was ich erwartet hatte: viel zu hartes Licht und starke Kontraste. Ich tüftelte dann doch noch etwas im Lightroom rum und musste feststellen das mir die s/w-Ausarbeitung, welche die harten Kontraste noch mehr hervorhebt, durchaus zusagt. Das Bild erinnert mich an einen alten Kupferstich. So gelang trotzdem ein vorzeigbares Bild.

600mm (900mm KB), f/8, 1/400s, ISO400
Bis morgen!

Freitag, 11. Dezember 2015

Adventskalender 11/24

Im elften Teil des Adventskalender soll sich noch einmal alles um eine Eule drehen, allerdings um keine mit Federn sondern um eine mit Schuppen. Sie zählt zu den bekanntesten Nachtfaltern in Deutschland. Das liegt besonders daran, dass dieser Nachtfalter auch tagaktiv ist und man ihn gut bestimmen kann. Die typische Zeichnung auf den Flügeln brachte ihr ihren Namen ein und macht sie gleichzeitig (fast) unverwechselbar. Die Gammaeule (Autographa gamma). Der griechische Buchstabe Gamma ist gut erkennbar gleichzeitig ist der Rest des Falters durch seine gedeckten Farben im Geäst äußerst schwer zu entdecken. Am ehesten sieht man die Tiere im Schwirrflug bei der Nahrungssuche.
Zwar kennen viele diesen Falter, jedoch wissen viele nicht, dass es sich hierbei um einen Hochleistungsflieger handelt. Die Art ist ein Wanderfalter, welche enorme Strecken zurücklegen kann. Ob es überhaupt Teilpopulationen in Deutschland gibt, die hier erfolgreich überwintern ist nicht ganz klar. Fakt ist jedoch dass Individuen aus südlicheren Gefilden jedes Jahr einwandern und dabei so flugstark sind, dass sie sogar bis nach Island und Grönland fliegen können.

150mm, f/4, 1/50s, ISO400
Bis morgen!

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Adventskalender 10/24

Im zehnten Türchen des Adventskalenders dreht sich alles um glückliche Fügungen, denn es waren schon einige Zufälle nötig, damit es zu dem hier gezeigten Foto kam. Nicht nur das viel beschworene Wetter, der richtige Zeitpunkt und die optimale Örtlichkeit liefen hier fast perfekt zusammen sondern ganz besonders die Tatsache, dass der äußerst seltene Wintergast überhaupt da war und dass er bemerkt wurde. Es entstand nicht nur dieses eine Bild, sondern eine ganze Serie von Fotos, die ich bereits in diesem Jahr in einem Blogpost zeigte.

420mm, f/9, 1/500s, ISO400
Bis morgen!