Samstag, 4. Mai 2013

Torsten und die Vogelfotografie

Tatsächlich habe ich mich lange vor dem Thema gedrückt, zum einen fehlte mir hierfür bis letztes Jahr auch die richtige Optik und zum anderen kenne ich mich in der Ornithologie auch nicht sehr gut aus. Eine Serie von Gartenbaumläufern habe ich ja schon letztens Jahr gezeigt. Allerdings wollte ich nun mal ganz allgemein ein paar Bilder zeigen und ein wenig die Technik ansprechen. 

Nach einer odysseehaften Suche eine bezahlbare Telelinse zu finden, musste ich feststellen, dass es zwar viele günstige Teleobjektive gibt, diese optisch jedoch eher unbrauchbar sind. Ich wollte eine Optik mit der ich 400mm bei f/5.6 realisiert bekomme und diese bereits offenblendig eine gute optische Leistung erbringt. Nach einigen Fehltritten (zwischenzeitlich hatte mein Arbeitszimmer etwas von einem Teleobjektivfachgeschäft) entschied ich mich für ein gebrauchtes Nikkor AF-S 300mm f/4 ED. In Kombination mit einem 1,4x Konverter kommt man dann auf 420mm bei Blende 5.6. Das Objektiv lag zwar schon etwas über meiner festgesetzten finanziellen Obergrenze, allerdings habe ich nichts gefunden was günstiger gewesen wäre und eine ähnliche Leistung erbrachte. 
Optisch ist diese Linse ein echtes Sahnestück und kann auch mit wesentlich teureren Modellen gut mithalten. Sehr schön ist auch die kurze Naheinstellgrenze von 1,45m und der damit verbundene Abbildungsmaßstab von 1:3,7, was das Einsatzgebiet des Objektivs sehr vielgestaltig macht. Das einzige was Nikon vielleicht noch nachbessern könnte, wäre einen Bildstabilisator einzubauen und eine vernünftige Stativschelle zu konstruieren.  

Mit dieser hervorragenden Linse machte ich also in den letzten 1,5 Jahren meine ersten Erfahrungen mit der Vogelfotografie. Um ehrlich zu sein wird es wohl in den nächsten Jahren nicht dazu kommen, dass ich mich richtig intensiv mit dem Thema auseinander setzten werde, dafür fehlt mir schlichtweg die Zeit. Obgleich mich dieser Teil der Naturfotografie auch sehr fasziniert. Das heißt nachfolgend werdet ihr hier sicher nicht die besten Aufnahmen der gezeigten Arten sehen die je gemacht wurden. Allerdings möchte ich zeigen, dass bereits mit relativ schmalem Equipment einiges möglich ist und nicht unbedingt Optiken in der Preisklasse von Kleinwägen nötig sind um in diesem Bereich zu arbeiten.

Fast alle Aufnahmen entstanden mit der Kombination von dem 300mm f/4 und dem Kenko Pro 300 DGX 1,4x Telekonverter. Diese arbeiten sehr gut zusammen und liefern ansprechende Ergebnisse. Selbst die Kombination mit dem 1,7x Telekonverter von Nikon erbringt sehr gute Ergebnisse! 

Baumpieper (Anthus trivialis)
300mm + 1.7x TK, 1/320, f/6.7, ISO640
Bachstelze (Motacilla alba)
300mm + 1.4x TK, 1/100, f/5.6, ISO400
Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
300mm + 1.4x TK, 1/2000, f/5.6, ISO640
Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
300mm + 1.4x TK, 1/400, f/5.6, ISO640
Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
300mm + 1.4x TK, 1/100, f/5.6, ISO640
Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)
300mm + 1.4x TK, 1/1000, f/5.6, ISO320
Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla)
300mm + 1.4x TK, 1/1250, f/5.6, ISO800
Star (Sturnus vulgaris)
300mm + 1.4x TK, 1/250, f/5.6, ISO400
Star (Sturnus vulgaris)
300mm + 1.4x TK, 1/320, f/5.6, ISO400
Star (Sturnus vulgaris)
300mm + 1.4x TK, 1/500, f/5.6, ISO400
Bienenfresser (Merops apiaster)
300mm + 1.4x TK, 1/2000, f/5.6, ISO200
Kormoran (Phalacrocorax carbo)
300mm + 1.4x TK, 1/80, f/6.3, ISO400
Uhu (Bubo bubo)
300mm + 1.4x TK, 1/50, f/8, ISO400
Kleiber (Sitta europaea)
300mm + 1.4x TK, 1/200, f/7.1, ISO800
Teichhuhn (Gallinula chloropus)
300mm, 1/250, f/4, ISO320

Mittwoch, 13. März 2013

Springfrosch - Rana dalmatina


In einigen Regionen Deutschlands geht der Frühling so langsam los, auch wenn dieser momentan von einer Kältewelle etwas gedämpft wird, sind die ersten Indizien für die wärmere Jahreszeit bereits seit ein paar Wochen festzustellen. In manchen Gräben findet man bereits Laichballen, meist die etwas kleineren etwa faustgroßen einzeln um einen Halm angebrachten Eipakete. Dies sind die untrüglichen Nachweise für den zeitigsten heimischen Braunfrosch, den Springfrosch (Rana dalmatina). Durch sein enormes Sprungvermögen von bis zu zwei Metern Weite macht dieser übrigens seinem Namen alle Ehre.

Tatsächlich sind die Laichballen wohl das beste und einfachste Merkmal den Springfrosch nachzuweisen und zu bestimmen. Denn häufig findet man nur die Laichballen aber keinen einzigen Frosch im Gewässer. Kurz nachdem die Weibchen einen (ganz selten zwei) Laichballen abgelegt haben, verlassen sie das Gewässer auch direkt wieder. Die Männchen bleiben zwar etwas länger, sind aber auch sehr schnell wieder in ihrem Landlebensraum unterwegs. Meist rufen die männlichen Springfrösche erst mit Einbruch der Dunkelheit und die Paarung findet auch eher nachts statt. In ihrem Landlebensraum sind die Tiere allerdings am Tag häufiger anzutreffen, als die beiden anderen Braunfroscharten (Moor- und Grasfrosch). 

225mm, f/7.1, 1/10, ISO200, SVA, KFB
Der Springfrosch ist dem Grasfrosch aber auch dem Moorfrosch sehr ähnlich und in einigen Fällen kann man sich anhand eines Fotos auch nicht mehr sicher sein, welche Art es tatsächlich ist (siehe weiter unten). Typisch für die grazile Art sind die langen Hinterbeine, diese stellen ein wichtiges Bestimmungsmerkmal dar. Die Ausprägung in der Größe des Fersenhöckers liegt zwischen den anderen beiden Braunfroscharten. Die Unterseite ist hell und besitzt höchstens randlich dunkle Flecken. Die Oberseite ist variabel und abhängig von der Temperatur, Feuchtigkeit und der Jahreszeit. Das Trommelfell ist ungefähr so groß wie das Auge.

Das Areal der Art erstreckt sich von der französischen Atlantikküste und einem kleinen Vorkommen in Spanien im Westen bis zu den Karpaten und zur Westküste des Schwarzen Meeres im Osten. Auf den dänischen Inseln und im Südosten Schwedens kommen die nördlichsten Springfrösche vor. Im Süden bis nach Kalabrien und Griechenland. 

In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen liegt der deutsche Verbreitungsschwerpunkt. In Mittel- und Norddeutschland gibt es auch noch einige kleinräumige von einander isolierte Vorkommen. 

gemeldete Verbreitung des Springfrosches in der EU25
Der Springfrosch besiedelt vor allem gewässerreiche, warme, lichte Laub- und Mischwälder mit Altholzbeständen, wo er sich außerhalb der Laichzeit bevorzugt an krautreichen, trockenen Stellen in sonniger Lage aufhält, so z.B. auf Waldwiesen, Kahlschlägen, Lichtungen sowie an Wald- und Wegrändern. Die Landlebensräume befinden sich häufig einige hundert Meter (bis über einem km) weit entfernt vom Laichgewässer. Unter den Braunfröschen ist der Springfrosch der wärmeliebenste.
Als Laichplätze nutzt die Art sowohl Kleingewässer wie Gräben und Tümpel als auch Altwässer, Teiche, Rückhaltebecken und Seen. Diese sind zumindest teilweise sonnenexponiert und vegetationsreich.

225mm, f/7.1, 1/10s, ISO200, SVA, KFB
Der Springfrosch ist, dort wo er in Deutschland vorkommt, in der Regel die erste Amphibienart die an den Laichgewässer ankommt. Häufig sind die ersten Tiere bereits im Februar da, das Ablaichen geschieht dann vor allem im März und April. Die Männchen rufen erst mit Einbruch der Dunkelheit unter Wasser, daher sind die Tiere schwer zu hören. Der vom Weibchen abgesetzte Laichballen enthält zwischen 300 und 1000 Eiern. Dieser wird in einer Wassertiefe von 5 bis 40 cm an Pflanzenstengeln, Ästen oder ähnlichem befestigt. Später treibt der Laich im Laufe der Entwicklung an die Oberfläche. Die Kaulquappen ernähren sich vor allem von Algen. Die an Land gehenden Frösche erbeuten dagegen Insekten, Spinnen und Schnecken. Zwischen Juni und August verlassen die neuen Jungfrösche das Gewässer und wandern in die Landlebensräume.
Damit die Tiere im Frühjahr schneller im Laichgewässer sind, machen sie sich teilweise bereits im Herbst auf den Weg zu ihrem Laichgewässer, die Überwinterung findet dann in der Nähe dieser statt. Als Winterquartier dienen in den Landlebensräumen z.B. Hohlräume unter Moospolster, Wurzeln, Spalten unter oder zwischen Steinen, Blätterhaufen oder hohle Baumstämme. 

225mm, f/6.3, 1/8s, ISO200, SVA, KFB
Der Springfrosch ist eine EU-weit geschützte Art und wird im Anhang IV der FFH-Richtlinie geführt außerdem ist er eine nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art. 
Die Art ist hauptsächlich durch den Verlust geeigneter Laichgewässer und durch weitere Isolation verschiedener Vorkommen gefährdet. Da dieser Braunfrosch eine eher südeuropäische Art ist, wird teilweise angenommen, dass er durch den rezenten Klimawandel profitieren könnte. Dies ist jedoch noch nicht durch Zahlen belegt worden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist neben dem Vorhandensein geeigneter Lebensräume auch die Möglichkeit der wenig eingeschränkten Ausbreitung. Maßnahmen wie Biotopverbund und eine Verbesserung der Durchlässigkeit der Landschaft sind hier die entscheidend, damit die Art auf die Klimaänderung reagieren kann. 

225mm, f/10, 1/5s, ISO200, SVA, KFB
In manchen Fällen ist die Bestimmung von den Braunfröschen nicht ganz eindeutig. Das nächste Bild zeigt ein Weibchen, vermutlich eines Springfrosches. Auch wenn die Merkmale des Tieres nicht ganz eindeutig waren, deutete doch alles darauf hin dass es ein Springfrosch ist. Im darauf folgenden Bild ist ziemlich sicher eine Fehlpaarung zwischen Grasfrosch und Springfrosch zu sehen. Auch hier war eine hundertprozentige Bestimmung nicht möglich.

Springfrosch Weibchen /
225mm, f/6.3, 1/60s, ISO200, SVA, KFB
Grasfrosch (Rana temporaria) oben und Springfrosch (Rana dalmatina) unten /
225mm, f/7.1, 1/40s, ISO200, SVA, KFB

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Makrofotografie 2012

2012 war für mich durch viele fotografische Highlights geprägt aber auch mit viel zu wenig Zeit für die Makrofotografie. Beruf und Familie wollen auch einiges von den 24h des Tages abhaben. Auch aufgrund unseres Umzugs nach Baden musste ich mich erst einmal orientieren und ein paar Fotoecken suchen bzw. zeigen lassen. Trotzdem bin ich nicht unzufrieden mit den Ergebnissen, wie man an den letzten Blogposts sehen kann. An dieser Stelle möchte ich euch eine Auswahl meiner Favoriten zeigen, ein paar habt ihr hier schon gesehen, die meisten sind neu.

Viel Spaß damit und bis zum nächsten Blogeintrag 2013!

Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus) /
225mm, f/5, 1/640s, ISO320, SVA, KFB
Erdkröte (Bufo bufo) /
225mm, f/5.6, 1/160s, ISO200, SVA, KFB
Hirschkäfer (Lucanus cervus) /
225mm, f/5, 1/4s, ISO200, SVA, KFB
Goldene Acht (Colias hyale) /
225mm, f/5.6, 1/400s, ISO200, SVA, KFB
Äskulapnatter (Zamenis longissimus) /
225mm, f/8, 1/125s, ISO200
Wechselkröte (Bufo viridis) /
225mm, f/4, 1/800s, ISO200, SVA, KFB
Stachelkäfer (Variimorda sp.) /
225mm, f/10, 1/6s, ISO200, SVA, KFB
Bläulichvioletter Tatzenkäfer (Timarcha goettingensis) /
225mm, f/5.6, 1/40s, ISO200, SVA, KFB
Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia) /
225mm, f/5, 1/1000s, ISO200, SVA, KFB
Schwalbenschwanz (Papilio machaon) /
225mm, f/5, 1/15s, ISO200, SVA, KFB
Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) /
225mm, f/6.3, 1/60s, ISO200, SVA, KFB
Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades) /
225mm, f/3.5, 1/500s, ISO200, SVA, KFB
Ringelnatter (Natrix natrix) /
225mm, f/7.1, 1/13s, ISO200, SVA, KFB
Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) /
225mm, f/8, 1/20s, ISO200, SVA, KFB
Diptam (Dictamnus albus) /
225mm, f/2.8, 1/640, ISO200, KFB
Grasfrosch (Rana temporaria) oben und Springfrosch (Rana dalmatina) unten /
225mm, f/7.1, 1/40, ISO200, SVA, KFB
Kleine Wolfsfliege (Molobratia teutonus /
225mm, f/8, 1/13, ISO200, SVA, KFB
Mauereidechse (Podarcis muralis) /
225mm, f/4, 1/640, ISO200, SVA, KFB

Sonntag, 1. Juli 2012

Hirschkäfer - Lucanus cervus

...oder auch Feuerschröter genannt, ist das Insekt des Jahres 2012. Dieser größte heimische Käfer ist in Deutschland fast ausschließlich eine Art der Eichenwälder. Die Larvalentwicklung findet in pilzbefallenem Eichenholz statt und dauert 5-8 Jahre. Einzelne Funde zeigen, dass sich die Käfer auch in anderen Holzarten entwickeln können, dies jedoch die Ausnahme darstellt, hier sind Buche, Weide, Schwarzpappel, Walnuß, Kirsche, Wildbirne, Esche, Roßkastanie, Linde, Ahorn, Birke und Kiefer zu nennen.
225mm | 1/4s | f/5 | ISO200 | Diffuser
Der Käfer kommt in Süd-, Mittel- und Westeuropa, nördlich bis in den Süden Schwedens vor. Lokal findet man sie auch in England, Kleinasien und östlich bis nach Syrien. Er fehlt in Schottland und in Bereichen Nordeuropas sowie in den südlichen Teilen Italiens, Spaniens sowie auf Sardinien und Korsika. In Deutschland ist die Art besonders in den wärmebegünstigten Regionen zu finden. Allerdings ist die genaue Verbreitung der Art noch Gegenstand vieler Untersuchungen und wird wohl in den kommenden Jahren einigen Veränderungen unterworfen sein. 
Verbreitung des Hirschkäfers in der EU25

Der Hirschkäfer ist flugfähig, aber kein guter Flieger. Er hat nur eine geringe Ausbreitungsfähigkeit und folglich nur geringe Fähigkeiten den Verlust von Brutplätzen zu kompensieren. Einzelne Tiere können aber auch Entfernungen bis 5 km überwinden.
Für die Samen- und Eireifung muss ein obligater Ernährungstrunk an alten Eichen mit Saftfluß erfolgen. Solche Bäume wirken über Gerbsäuren bis über 200 m anziehend. An diesen Bäumen kommt es daher oft zu größeren Ansammlungen der Tiere. Weibchen sind in der Lage, durch Anritzen der Eichenrinde Saftfluß hervorzurufen, die Männchen nicht. Männchen werden auch von gärendem Obst, besonders Kirschen, angezogen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass auch Ingwer sehr anziehend auf die Tiere wirkt.
Die Eiablage erfolgt unterirdisch, an Wurzelstöcken und alten Stümpfen, sowie an nicht imprägniertem, in Erdkontakt stehendem Eichenholz z.B. von Kinderspielplätzen und Bänken im Wald.

Weibchen - 225mm | 1/8s | f/8 | ISO100
Männchen - 225mm | 1/4s | f/4,5 | ISO400 | Diffuser
Damit das Holz für die Larven verwertbar ist, muss es einen bestimmten Zustand haben (pilzlicher Abbau, Säuregehalt, usw.). Eichenstöcke aus Winterfällung sind (völlig?) ungeeignet, da die Gerbsäure im Winter im Stock konzentriert, und daher die Substrataufbereitung durch Pilzbefall gehemmt ist. In einem Stumpf können sich mehr als 1000 Larven unterschiedlicher Stadien befinden.
Die Verpuppung erfolgt in etwa 15-20 cm Tiefe im Boden. Bei Entwicklung in morschen Pfählen und in Obstbäumen treten meist Kümmerformen ("ab. capreolus") auf. Die Weibchen erscheinen später als die Männchen.
225mm | 1/3s | f/13 | ISO100
225mm | 0,8s | f/16 | ISO100
Der Hirschkäfer ist in Deutschland seit 1935 gesetzlich geschützt und wird auf europäischer Ebene im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt. In Deutschland wird die Art als stark gefährdet eingestuft. Bestandsrückgänge der imposanten Tiere können seit der vorletzten Jahrhundertwende verzeichnet werden. Beeindruckende Begegnungen an alten Eichen mit 150 Tieren an einem einzelnen Baum sind wohl nur noch in alten Büchern zu finden, Hauptmangel stellt die Verfügbarkeit des passenden Larvensubstrates dar. Häufig sind die passenden Eichen nur noch in Waldrelikten oder alten Parks zu finden. Durch die Intensivierung vieler Forste werden kränkelnde oder abgestorbene Bäume nicht toleriert und direkt entfernt. Auch die Zerschneidung von Waldgebieten fordert viele Kollisionsopfer.
Der Erhalt von alten Eichen in Wälder, Forsten und Parks sowie die Förderung von Eichen in den Wäldern schützt diesen einheimischen Käfer-Giganten vor dem Aussterben. 

225mm | 1/2s | f/8 | ISO200 | Diffuser

225mm | 0,6s | f/8 | ISO400 | Diffuser



Dienstag, 22. Mai 2012

Goldener Scheckenfalter - Euphydryas aurinia

Letzte Woche ging ich auf die Suche nach einem Tagfalter, den ich schon lange in ansprechender Art und Weise fotografieren wollte. Leider ist die Art nur noch in wenigen Regionen zu finden und eine gezielte Suche ist notwendig. Mit etwas Glück wurde ich dann in der Tat fündig und konnte es kaum fassen, als ich neben einigen Einzeltieren auch ein Pärchen in Kopula fand.

225mm | 1/25s | f/8 | ISO320 | Diffuser | Reflektor
Der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) zählt zu den Arten, welche in den letzten Jahrzehnten massive Bestandsrückgänge erlitten haben. Der einst weit verbreitete Falter zählt nun zu den mitteleuropäischen Raritäten. Die Art kommt in Deutschland auf zwei stark unterschiedlichen Standorten vor: Einmal gibt es Populationen welche auf Feuchtwiesen, Flachmooren und Pfeifengraswiesen zu finden sind, zum anderen Populationen welche an xerothermen Hängen mit offenem oder gebüschreichem Halbtrockenrasen leben. Man bezeichnet diese auch als zwei ökologische Rassen einer Art.
Die Tagfalter sind von Westeuropa bis in die gemäßigten Zonen Asiens und dort bis Korea zu finden, im Norden bis Fennoskandien und im Süden bis Nordafrika. In Deutschland ist die Art selten und die Populationen liegen meist weit getrennt von einander, so dass viele stark isoliert existieren. Es werden von der kollinen Stufe über die Mittelgebirge bis hin zu der alpinen Stufen fast alle Höhenstufen besiedelt.  Bei uns ist die Art in allen Bundesländern stark gefährdet, teilweise vom Aussterben bedroht und in einigen Regionen bereits verschollen. In der EU wird die Art im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt.

Verbreitung des Goldenen Scheckenfalters in der EU25

Je nach dem Ökotyp in dem der Falter anzutreffen ist, werden unterschiedliche  Pflanzen zum Fraß benutzt, vor allem sind hier Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis) und Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) zu nennen. Es sind noch deutlich mehr Pflanzen beschrieben, wobei bei vielen fraglich ist, ob diese tatsächlich als Fraßpflanze genutzt werden oder diese z.B. nur zur Anheftung der Puppe dienen. Klar ist, dass die Tiere in vernetzten Teilpopulationen (sog. Metapopulationen) vorkommen,  hierdurch entsteht eine gewisse Dynamik in der Bestandsgröße und eine Absicherung von möglichen natürlichen Habitatverlusten. 
Zu den Populationen auf den feuchteren Standorten sind viele Erkenntnisse gesammelt worden. Informationen zu den Trockenstandorten sind sehr rar und sollten in den kommenden Jahren verbessert werden. Die Falter sind polyphag und saugen an sehr vielen unterschiedlichen Blüten. Die Tiere gelten als standorttreu und langsam fliegende Tagfalter. Wobei auch Neubesiedlungen über einige km bekannt sind.


Lebensraum der fotografierten Falter

Hauptgefährdungsursache stellt sicherlich die Veränderung des Lebensraumes durch Intensivierung, Entwässerung, Düngen, Überweidung, der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung oder auch der direkten Aufforstung dar. Zum Erhalt der Art sollten Standorte, auf denen die Art noch vorkommt erhalten und mit weiteren  geeigneten Standorten vernetzt werden.

225mm | 1/640s | f/5 | ISO400 
225mm | 1/250s | f/5 | ISO200 
225mm | 1/40s | f/6.3 | ISO200 | Diffuser | Reflektor
225mm | 1/320s | f/3.5 | ISO200 
225mm | 1/500s | f/3.5 | ISO200
225mm | 1/40s | f/8 | ISO200 | Reflektor