Sonntag, 13. Februar 2011

Australien und der Lamington National Park

Da die dies jährige Makrosaison sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Und dann hier wohl einige Blogeinträge zu Amphibien zu finden sein werden, dachte ich mir doch noch einen Eintrag mit Bildern aus meinem Archiv zu schreiben. 
Hierfür habe ich die ältesten RAW-Dateien in meinem Lightroom Archiv benutzt. Die meisten Aufnahmen sind sicher nicht auf meinem heutigen Niveau, sie stammen aber von einer Reise die mir immer noch gut im Gedächtnis ist. 2007 hatte ich die Möglichkeit im Rahmen eines Biodiversitätsprojektes (IBISCA Queensland) nach Australien zu fliegen und einen guten Monat im Lamington National Park zu verbringen. 
Da man ja in den letzten Wochen viele Bilder aus Queensland/Australien in der Presse gesehen hat, dachte ich mir es sei wieder mal gut Bilder aus der Region zu zeigen die nicht nur katastrophale Schäden dokumentieren.
Panorama eines Offenlandaspektes im Lamington National Park
Der Lamington National Park ist einer von vielen National Parks in Australien, besteht vor allem aus Wälder und stellt einen Teil der Gondwana Regenwälder Australiens dar. Ein großer Teil dieser Wälder sind subtropische Regenwälder.
Im  Lamington National Park sind aber auch viele andere Waldtypen zu finden. Durch die Lange auf ehemaligen Schildvulkanen, kann man innerhalb von wenigen Kilometern viele Höhenmeter zurücklegen. So findet man in tieferen Lagen (ca. 300m üNN) z.B. trockene Eucalyptuswälder die mit zunehmender Höhe feuchter und immer mehr zu Regenwäldern werden. Auf den höchsten Punkten des National Parks (um die 1100m üNN) trifft man auf kalt temperate Regenwälder und den dort vorkommenden Südbuchen (Nothofagus moorei). Neben diesen Gondwanarelikten sind weitere sehr beeindruckenden Baumindividuen zu finden. Die natürliche Struktur der Wälder verdient hier wirklich den Namen Urwald.
typischer Blick in die Kronen
viele Wasserläufe und Wasserfälle sind im Lamington NP zu finden 
toter Baumriese, auf halber Höhe abgebrochen
27mm | 1/125s | f/10 | ISO200

hoop pine - Araucaria cunninghamii
27mm | 1/25s | f/10 | ISO320

warm temperater Regenwald
27mm | 1/8s | f/3.5 | ISO320

warm temperater Regenwald
27mm | 1/8s | f/3.5 | ISO320
Als Teilnehmer des Projektes war es möglich an ausgewiesenen Stellen die Wege zu verlassen und so vordefinierte Probeflächen in den Wäldern zu erreichen. Dabei begegnete man vielen verschiedenen Tieren. Teppichpython waren in den meisten Waldtypen häufig zu sehen. Auch ornithologisch gab es sehr viel zu entdecken.

Teppichpython
150mm | 1/80s | f/3,3 | ISO800
Hemisphaeriodon gerrardi - Schneckenskink
150mm | 1/400s | f/3.3 | ISO800
Eine der vielen wild lebenden Känguruarten im Park 
Australian King Parrot - Alisterus scapularis
Dornastrilde (Neochmia temporalis)
292mm | 1/400s | f/5 | ISO200
Ein Männchen des extrem scheuen Albert's Lyrebird - Menura alberti
225mm | 1/60s | f/4.5 | ISO1600 | Blitz 
Vor allem interessierten mich die Insekten. Hier kann man die Vielfalt der Formen und Farben gar nicht wirklich in Worte fassen. Von skurril aussehende Arten zu denen man keinen Vergleich kennt, bis hin zu Arten die man auch bei uns findet.
Ensifera - Langfühlerschrecke
150mm | 1/60s | f/5.6 | ISO800
Blattkäfer - Chrysomelidae
150mm Makro | 1/40s | f/16 | ISO200 | Bohnensack | fernausgelöst
Fangschrecke - Mantidae
150mm | 1/20s | f/10 | ISO320
Lamprima aurata (Hirschkäfer)
150mm | 1/2s | f/16 | ISO400 | Bohnensack
Ein Schnellkäfer der sich noch in seiner Puppenwiege befindet. Bereits fertig entwickelt überdauert er im morschen Holz um nach einiger Zeit heraus zu schlüpfen.
150mm | 1/40s | f/10 | ISO200
Könnte eine Honigbiene sein, wie es sie auch bei uns gibt.
150mm | 1/250s | f/8 | ISO200

Auch sehr fantastisch aussehende Pilze gab es zu sehen. 

Phallus multicolor
DFF aus drei Aufnahmen 150mm | 1/40s | f/3.3 | ISO400
Ich hoffe ich konnte euch durch diesen Beitrag den Lamington National Park ein bisschen näher bringen. Und wer vielleicht mal demnächst in der Nähe ist, sollte sich auf jeden Fall ein paar Tage Zeit nehmen. Der Park ist nämlich auch für seine ausgezeichneten Wanderwege bekannt. 

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Schmetterlingshaus

In den Wintermonaten ist es schwierig Insekten zu fotografieren. Zwar gibt es ein paar Motive, wie z.B. Winterhafte (Boreus westwoodi) oder auch überwinternde Winterlibellen (Gattung Sympecma). Jedoch gibt es auch noch ein paar andere mehr oder weniger natürliche und deutlich wärmere Wege seine Ausrüstung nicht komplett einstauben zu lassen. Beispielsweise kann man Insektensammlungen besuchen und dort einige schöne Detailaufnahmen machen oder man besucht ein Vivarium oder ein Schmetterlingshaus. Zwar ist in den Schmetterlingshäusern die Vielfalt im Winter auch nicht so hoch wie im Sommer, aber zumindest sollten dort einige Arten unterwegs sein. Es gibt einige von diesen Häusern aber teilweise kann der Anfahrtsweg schon recht weit sein.
Das Artenspektrum kann an den einzelnen Standorten stark variieren, aber man trifft doch immer wieder die üblichen Verdächtigen. Nicht unattraktive und sehr häufige Arten sind z.B. die Vertreter der Gattung Caligo, die Bananenfalter. Die Gattung ist in Mittel- und Südamerika beheimatet und die Raupen entwickelten sich ursprünglich u.a. an  Helikonien. Mit der Einfuhr von Bananen nach Amerika fanden die Tiere auch neue Futterpflanzen, an denen sie sich schneller entwickeln.
Caligo sp. (Bananenfalter)
225mm | f/4 | 1.6s | ISO100 | SVA | KFA

Caligo sp. (Bananenfalter)
225mm | f/7.1 | 1/2s | ISO100 | SVA | KFA
Wie schon an den zweiten Bild des Bananenfalters zu sehen, ist eines der größten photographischen Probleme in einem Schmetterlingshaus die Umgebung. Die Tiere sitzen häufig an den künstlichen Futterplätzen und sind dann meist weniger fotogen. Ausserdem ist auch nicht selten der HG optisch nicht sehr schick oder es stehen irgendwelche Dinge (auch Besucher) im Weg.
Papilio rumanzovia (Scharlachroter Schwalbenschwanz)
225mm | f/3.5 | 0.4s | ISO100 | SVA | KFA

Parthenos sylvia  var. brown (Brauner Segler)
225mm | f/3.5 | 0.4s | ISO100 | SVA | KFA
Vor allem die wunderschönen Morphofalter stellen ein optisches Highlight in den Häusern dar. Die Gattung Morpho ist in Mittel- und Südamerika zu finden. Es sind etwa 80 Arten beschrieben und die meisten von ihnen sind auf der Oberseite zumindest teilweise leuchtend blau.

Die Morpho-Schmetterlinge sind so blau, dass sie sogar im dichten Regenwald - ihrer Heimat - aus der Entfernung von einem halben Kilometer zu sehen sind. Wissenschaftler haben deshalb begonnen, die verschiedenen Morpho-Schmetterlinge unter die Lupe zu nehmen. Ihre Entdeckung war unglaublich: Diese Schmetterlingsflügel enthalten kein einziges Farbpigment. Das brillante Blau wird durch optische Tricks aus Licht erzeugt.
Ein Blick durchs Mikroskop zeigt, daß die Morpho-Schmetterlinge keine glatte, metallische Oberfläche haben. Ihre Flügel sind aus Chitin und genauso aufgebaut wie die Flügel jedes anderen Schmetterlings: Sie bestehen aus präzise geordneten Schuppen, die nur einen Zehntel Millimeter groß sind. Bei näherer Betrachtung sind auf den einzelnen Schuppen Rillen zu erkennen, doch erst unter dem Elektronenmikroskop zeigen sich die feinen und entscheidenden Details. Die Rillen sehen aus wie unzählige Reihen von Christbäumen. Zwischen den einzelnen Bäumen ist Luft. Fällt Licht auf den Flügel des Schmetterlings, so wird ein Teil von der obersten Astreihe reflektiert, ein Teil von der nächsten und so weiter. Die Form bestimmt, welche Wellenlänge des Lichts reflektiert wird.
Die Messung der Reflektion durch Laserlicht beweist: Die Christbaum-Struktur des Schmetterlingsflügels reflektiert tatsächlich nur blaues und ultraviolettes Licht, und das in jede Richtung. Um so komplizierter die Struktur, um so brillanter das Blau. Morpho rhetenor, das Strahlendste, was die Natur je hervorgebracht hat, besitzt zwölf dieser reflektierenden Schichten. Dadurch ist die optische Interferenz, also die Verstärkung der Lichtwellen, extrem stark. (Quelle: 3sat, nano)
Morpho peleides (Blauer Morphofalter)
225mm | f/3.5 | 1/8s | ISO100 | SVA | KFA

Morpho peleides (Blauer Morphofalter)
225mm | f/4 | 1/5s | ISO100 | SVA | KFA

Morpho peleides (Blauer Morphofalter)
225mm | f/4 | 0.8s | ISO100 | SVA | KFA
Eine sehr schöne photographische Methodik begünstigt allerdings sogar das Fotografieren in einem Schmetterlingshaus. Detailaufnahmen  z.B. von den Flügeln mit ihren scheinbar unendlich vielen Schuppen stellen meiner Meinung nach eine schöne Möglichkeit dar. Die Tiere sind meist recht zahm, an Menschen gewöhnt und lassen den Photographen häufig auf wenige Zentimeter heran. So sind Detailaufnahmen möglich die in der Natur nur deutlich schwieriger zu realisieren sind.
Morpho peleides (Blauer Morphofalter)
225mm | f/4 | 0.8s | ISO100 | SVA | KFA | Ausschnitt

Papilio palinurus (Grüngestreifter Schwalbenschwanz)
225mm | f/4 | 0.8s | ISO100 | SVA | KFA
Mal abgesehen von potentiell tropfnasser Ausrüstung und möglicherweise wenig Photoausbeute, lohnt meines Erachtens ein photographischer Besuch in einem Schmetterlingshaus, man sollte jedoch nicht zu viel erwarten.

Donnerstag, 23. September 2010

robber fly

Die Familie der Raubfliegen (Asilidae) gehört zu meinen absoluten Lieblingsgruppen im Insektenreich. Einfach sehr faszinierende Tiere mit einer scheinbar perfektionierten Anpassung an ihre Lebensweise, die Jagd. Das Jagdverhalten der adulten Fliegen ähnelt dem von Libellen (auch wenn sie Verwandtschaftlich ähnlich nah zu einander stehen wie der Mensch und ein Schnabeltier). 


Raubfliegen besiedeln vor allem offene Lichtungen und Flächen und jagen vornehmlich bei höheren Temperaturen. Nach verschiedenen Untersuchungen sind die optimalen Temperaturen für die meisten Arten höher als 20 Grad Celsius, mit zunehmender Kälte werden sie inaktiver. Als optische Jäger bevorzugen sie gut beleuchtete und wenig strukturierte Jagdgebiete, wobei sie häufig Baumstämme oder andere höher gelegene Abflugpunkte wählen.
Raubfliegen ernähren sich vor allem von anderen Insekten. Sie besitzen sehr harte Stechborsten, mit dem beispielsweise die Mordfliegen sogar den Panzer verschiedener Käfer durchstechen können. Von Musso (1978) wurde nachgewiesen, dass der Speichel der Fliegen ein Insekten tötendes Gift enthält, außerdem sind in ihm Verdauungssekrete enthalten, welche die Beute vorverdauen. Die Beute wird meist im Flug gejagt und in einem Stoßflug mit den Vorderbeinen gepackt. Die Wolfsfliegen der Gattung Dasypogon erbeuten fast ausschließlich Honigbienen, Hummeln und andere Stechimmen und erhielten deshalb den englischen Beinamen „bee-catcher“. Einige Arten erbeuten auch Spinnen. Die Beute ist oft größer als der Jäger.  
Viele Larven der Raubfliegen leben in Totholz oder im Boden und jagen dort nach anderen Insektenlarven (u.a. wikipedia).


Die Bilder stammen nicht von einer einzelnen Fotosession, sondern aus mehreren Jahren, deshalb sind neben den technischen Daten auch das Jahr der Aufnahme genannt. Die Fotos sind chronologisch sortiert. Die Ältesten sind zwar keine Meisterwerke, aber in einer solchen Fotoserie müssen nicht alle Aufnahmen komplett überzeugen...


Mordfliege - Choerades marginata
75mm | f/10 | 1/100s | ISO400 | freihand (2006)
Garten-Raubfliege - Neomochtherus geniculatus
75mm | 0,8s | f/10 | ISO400 | beanbag (2006)
Zinnober-Mordfliege - Choerades ignea  (bei der Eiablage)
150mm | 1/15s | f/10 | ISO200 (2006)


Sand-Raubfliege - Philonicus albiceps
157mm | 3s | f/16 | ISO100 | KFB | SVA (2008)
Kleiner Strauchdieb - Neoitamus socius
225mm | 1/6s | f/8 | ISO100 | KFB | SVA (2009)

Schlichte Raubfliege - Machimus rusticus
225mm | 1/2s | f/16 | ISO100 | Achromat | KFB | SVA (2010)

Schlichte Raubfliege - Machimus rusticus
225mm | 1s | f/13 | ISO100 | KFB | SVA | Reflektor (2010)
Schlichte Raubfliege - Machimus rusticus
225mm | 1,6 s | f/16 | ISO100 | KFB | SVA | Reflektor (2010)
Schlichte Raubfliege - Machimus rusticus
225mm | 1s | f/16 | ISO100 | KFB | SVA | Reflektor (2010)

Mittwoch, 8. September 2010

Der Flug der Libelle

Libellen zählen zu den eher ursprünglicheren Insekten, sie gab es bereits schon im Karbon vor etwa 320 Mio. Jahren in fast unveränderter Form. Die Fliegen (Diptera) und auch andere Insektenordnungen haben den Insektenflug perfektioniert, aber eine Großlibelle bei der Jagd oder der fliegenden Verteidigung des Reviers zu beobachten ist und bleibt eindrucksvoll.
Mitte August konnte ich an einem schönen Morgen einigen dutzend Herbst-Mosaikjungfern (Aeshna mixta) in Aktion erleben. Der See war teilweise ausgetrocknet und so konnte ich mit normalen Wanderschuhen vorsichtig, verhältnismäßig weit in einen Schilfbestand vordringen. Nach einigen Minuten nahmen mich die fliegenden Tiere kaum mehr wahr und so gelang die relative Nähe zu den Tieren. Wie bei sehr vielen anderen Libellenarten stecken die Männchen durch das Abfliegen einer Fläche ihr Revier ab, dabei bleiben sie immer wieder im Flug stehen. Da die Dichte an Tieren allerdings so hoch war, wurden diese 'stillstehenden' Männchen häufig von Konkurrenten attackiert, weshalb nur eine handvoll Aufnahmen wirklich schön wurde.
Hier möchte ich eine Auswahl der Bilder zeigen. Alle Bilder sind beschnitten, manche mehr manche weniger. Für alle Aufnahmen leistete der sehr schnelle Ultraschall-Autofokus meines Makroobjektives tolle Dienste, sonst ist der AF bei Makros immer aus!
Am Ende entstanden einige passable Aufnahmen, die letzte der hier gezeigten Serie habe ich auch hier und hier veröffentlicht.

225mm, 1/5000s, f/4, ISO400, freihand
225mm, 1/3200s, f/4, ISO400, freihand
225mm, 1/4000s, f/4, ISO400, freihand
225mm, 1/4000s, f/4, ISO400, freihand
225mm, 1/1500s, f/4, ISO400, freihand

Dienstag, 24. August 2010

~birth~

In den Morgenstunden auf einer Fotoexkursion mit der Regionalgruppen XIV der GDT fand ich eine noch recht aktive Libellenlarve. Sie bewegte sich in einem mäßigen Tempo an Stengeln und Blättern langsam vom Boden in die Höhe. Als das sanfte Morgenlicht schon lange vorbei war und Naturfotografen normalerweise schon wieder auf dem Heimweg sind, begann der letzte Schlupf dieser Libelle.
Das fertig geschlüpfte Tier benötigt nun Stunden, bei vielen Arten sind es Tage und bei einigen auch Wochen um die endgültige Färbung und damit die Geschlechtsreife zu erlangen. Bei dem fotografierten Tier dürfte es sich um eine Vierflecklibelle handeln.


225mm, 1/125s, f/5, ISO100, SVA, KFA

225mm, 1/250s, f/4, ISO100, SVA, KFA
225mm, 1/200s, f/4, ISO100, SVA, KFA, Reflektor, Diffuser
225mm, 1/180s, f/4, ISO100, SVA, KFA, Reflektor, Diffuser
225mm, 1/200s, f/4, ISO100, SVA, KFA, Reflektor, Diffuser
225mm, 1/40s, f/7.1, ISO100, SVA, KFA, Reflektor, Diffuser
225mm, 1/180s, f/4, ISO100, SVA, KFA, Reflektor, Diffuser
225mm, 1/25s, f/13, ISO100, SVA, KFA, Reflektor, Diffuser

225mm, 1/80s, f/6.3, ISO100, SVA, KFA, Reflektor, Diffuser